Handy als Waffe

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Landsberg – Weil er angeblich seiner Lebensgefährtin mit dem Handy mehrmals gegen den Kopf geschlagen hatte, musste sich ein 47-jähriger Landsberger vor dem Amtsgericht verantworten. Die 43-Jährige trug einen Bluterguss und eine Prellung am Auge davon. Grund war offenbar Eifersucht.

Der angeklagte Industriemechaniker gab vor Strafrichter Andreas Niedermeier eine kurios klingende Version des Vorfalls zu Protokoll. „Ich habe ihr das Handy im Dunkeln aus Versehen aufs Auge gedrückt“, beteuerte er. „Es war blöd von mir, aber es war keine Absicht.“ Demnach lagen an jenem Abend im Juli letzten Jahres beide schon im Bett. Er habe schlafen wollen, die Frau habe aber unter der Bettdecke mit einem anderen Mann telefoniert und WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht. Dieser Andere sei ein alkoholkranker Hartz-IV-Empfänger gewesen.

„Er hat sich über mich lustig gemacht, weil ich arbeiten gehe und Steuern zahle“, so der nicht vorbestrafte Angeklagte. Er hatte zuvor einige Nachrichten vom Handy seiner Freundin auf sein eigenes herübergeladen. Entnervt von der Lektüre habe er ihr dann das Handy ins Gesicht gedrückt, mit den Worten: „Guck mal, was der für einen Blödsinn schreibt.“ Die Frau bestätigte im Zeugenstand diese Schilderung und erklärte, sie habe sich zu sehr um den anderen Mann gekümmert. „Ich wollte ihm helfen und war immer für ihn erreichbar, auch nachts. Ich habe mich zu stark involviert.“

Das Ganze sei von ihrer Seite zwar rein freundschaftlich gewesen, der andere Mann habe für sie jedoch „Gefühle entwickelt“. Und das habe sie ihrem Lebensgefährten auch noch erzählt. Nach dem Streit am besagten Abend verließ die Frau das gemeinsame Bett, um im Auto zu übernachten. Daraufhin rief der Angeklagte selbst die Polizei, da die 43-Jährige zuvor zwei Bier getrunken hatte und er befürchtete, sie würde alkoholisiert davonfahren. Inzwischen hat das Paar sich ausgesprochen und ist nach wie vor zusammen, wie beide betonten.

Den Kontakt zu dem anderen Mann hat die Frau inzwischen abgebrochen. Für den Angeklagten ging das Verfahren glimpflich aus. Mit Einverständnis von Staatsanwältin Andrea Hobert stellte Richter Niedermeier das Verfahren ein. Der 47-Jährige muss lediglich 750 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen.

Ulrike Osman

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