"Ein absoluter Qualitätsgewinn"

Verträge für den Pflegestützpunkt Landsberg sind in trockenen Tüchern

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Strahlende Gesichter bei der Vertragsunterzeichnung zum Pflegestützpunkt Landsberg: (von links) Bezirks­tagspräsident Josef Mederer, Landrat Thomas Eichinger und der Direktor der AOK Landsberg Harald Floßmann AOK.

Landkreis – Der Koordinator des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises, Pajim Rais-Parsi, ist überzeugt: Die Einrichtung des Pflegestützpunktes Landsbergs als zentrale Anlaufstelle für Pflege­fragen ist eine Quali­tätssteigerung. Sie ermögliche eine Ausweitung der Beratung, eine an der konkreten Nachfrage ausgerichtete Qualifikation der Berater und grundsätzlich eine bessere Beratung – weil es sie vor Ort gibt. Und damit erreiche auch die oft dringend benötigte Hilfe schneller ihr Ziel. Vergangene Woche unterzeichneten Landrat Thomas Eichinger, Bezirks­tags­präsident Josef Mederer und AOK-Direktor Harald Floßmann die Verträge.

Momentan gebe es rund 3.200 pflegebedürftige Menschen im Landkreis, sagt Rais-Parsi. Knapp drei Viertel davon werden zuhause gepflegt, der Rest stationär. Bis 2030 rechne er mit einer Zunahme um rund 1.000 weitere Personen. Denn für 2030 rechne man mit rund 30.000 Menschen im Landkreis, die 65 Jahre oder älter sind.

„Parallel zu dieser Steigerung werden die stationären Pflegefälle mehr werden“, betont der Koordinator. Denn die Pflege durch Angehörige nehme immer mehr ab: Familienmitglieder und damit mögliche häusliche Pfleger wollten oder müssten oft in weit entfernte Orte oder Länder ziehen. Berufliche Flexibilität werde eben gefordert.

Einen Mehrbedarf werde es aber auch in der häuslichen Pflegeberatung geben. Die bisher für Beratung zuständige Fachstelle für pflegende Angehörige habe ihren Schwerpunkt eher im psychisch-sozialen Bereich gehabt und sich eher an ältere Menschen gerichtet, während der Pflegestützpunkt zum Beispiel auch die Beratung zu pflegender Kinder abdecke. Dessen Leiterin, Diplomsozialpädagogin Jutta Bährle, mache gerade die Weiterbildung zur Pflegeberaterin. Sie werde im Pflegestützpunkt ihr bisheriges Stundenkontingent (30 Stunden/Woche) auf Wunsch beibehalten. „Durch die Einrichtung haben wir aber auch eine Personalmehrung und damit können wir Beratungszeit oben draufpacken“, hebt Rais-Parsi hervor: Denn die Ausschreibung für eine zusätzliche Vollzeitstelle laufe bereits. Für diese ist die Qualifikation zum Pflegeberater Bedingung. Insgesamt werde man so bis zu 70 Stunden Beratung pro Woche anbieten können.

Die wichtigste Verbesserung ist für Rais-Parsi aber die Vertrautheit der Berater mit den Gegebenheiten vor Ort. Momentan könne ein Ratsuchender von seiner Kasse sicher gut beraten werden – aber eben nicht auf das abgestimmt, was hier vor Ort möglich ist. Denn nur die AOK ist im Landkreis ansässig. „Zum Beispiel kann eine Kasse einen Nachtdienst anbieten. Ob dieser vor Ort vorhanden ist, müsste aber erst überprüft werden. Und das macht den Prozess etwas zäher.“

Die Personalkosten für die Teilzeit- und die Vollzeitstelle hielten sich dabei im Rahmen. Denn zwei Drittel der insgesamt rund 107.000 Euro pro Jahr übernehmen die Kranken- und Pflegekassen, den Rest teilen sich Bezirk und Landkreis. „Für den Landkreis werden also jährlich maximal 34.000 Euro anfallen.“ Wobei das bereits die zwei Vollzeitstellen, die dem Pflegestützpunkt zugesprochen sind, abdecke. Auf die werde man, je nach Bedarf an Beratung oder Supervision, aufstocken, stellt Rais-Parsi in Aussicht.

Hilfe aus einer Hand

„In dem Pflegestützpunkt bündeln wir das Wissen zum Thema Pflege an einem Ort“, sagte Mederer bei der Unterzeichnung. Eichinger betonte, dass der Pflegestützpunkt allen Bürgern künftig „Hilfe aus einer Hand und Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Hilfeleistungen“ biete. Floßmann sprach von der über einjährigen Vorbereitungszeit, in den die AOK stets eingebunden gewesen sei.

Der Pflegestützpunkt soll an vier Tagen pro Woche insgesamt 18 Stunden geöffnet sein. Dazu kommen noch 22 Stunden, die für Sprechstunden in den Gemeinden vor Ort oder direkt im Zuhause der Betroffenen stattfinden können. Der Sitz des Pflegestützpunktes wird das Hauptgebäude des Landratsamts in Landsberg sein.
Susanne Greiner

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