Trinkwasser wird teurer

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Die neue Gebühr fürs Landsberger Trinkwasser beträgt ab Januar 1,44 Euro pro Kubikmeter.

Landsberg – „Wir waren in der Vergangenheit einfach zu billig“, sagt OB Mathias Neuner (CSU) mit Blick auf die Verluste bei der Trinkwasserversorgung. Das das ist Vergangenheit, denn im Januar beginnt der neue Kalkulationszeitraum von vier Jahren. Dann gelten auch die neuen Gebühren.

Grundsätzlich finden Sitzungen des Verwaltungsrates der Stadtwerke Landsberg hinter verschlossenen Türen statt. Ausnahmen: Die Anpassung der Wasser- und Abwassergebühren müssen öffentlich beschlossen werden. So gesche­hen am Mittwoch zwischen Finanzausschuss- und Stadtratssitzung. In wenigen Minuten war alles erledigt, die 15 Verwaltungsratsmitglieder unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters folgten dem Vorschlag von Stadtwerke-Vor­stand Norbert Köhler.

Auf Einzelheiten zu den Grundlagen der Nachkalkulation wartete die Öffentlichkeit vergebens. Nur soviel: Ur­sprünglich sollte die Grundgebühr für den herkömmlichen Hausanschluss (QN 2,50) von 12 auf 36 Euro pro Jahr angehoben werden. „Das war uns zu viel“, so Neuner, „immerhin betrifft es den Großteil unserer Kunden.“ Jetzt sind’s nur noch 28 Euro. Dem Vorstand dürfte das nicht besonders gefallen, dann dadurch reduziere sich das Jahresergebnis um rund 40000 Euro.

An der neuen Verbrauchsgebühr von 1,44 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser indes wurde nicht gerüttelt. Die neuen Sätze belaste einen Standard-Haushalt pro Jahr mit rund 50 Euro mehr, rechnete OB Neuner vor. Er ist zufrieden, denn das „zu billig“ habe die Stadtwerke in den letzten vier Jahren um rund 500000 Euro gebracht. „Mit den neuen Gebühren liegen wir auf dem Niveau vergleich­barer Städte“, so Neuner, damit könne man auch Gewinne erwirtschaften.

Bald schwarze Zahlen?

Apropos: Ab dem Jahr 2014 würden das Kommunalunternehmen Stadtwerke schwarze Zahlen schreiben, kündigt der OB auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrates an. Davon ist man aktuell noch weit entfernt. So weist der Jahresabschluss 2011 knapp 4,2 Millionen Euro aus. Ziehe man davon die „einmaligen Sondereffekte“ Drohverlustrückstände (950000 Euro), Wertberichtigungen für Kanal und Wasser in den Stadtteilen (314000) sowie die Sanierungskosten für Parkdeck C der Schlossberggarage (850000 Euro) ab, dann blieben aus dem „operativen Geschäft“ gut zwei Millionen Minus Verlust übrig. Im Einzelnen: Tiefgaragen 650000 Euro, Inselbad 300000 Euro, Gasversorgung 100000 Euro, Trinkwasser 10000 Euro und Strom­ 958000 Euro. Lediglich beim Ab­wasser habe es ein Plus gegeben: 3000 Euro.

Einstimmig entlastet

In diesem und im nächsten Jahr reduzieren sich die roten Zahlen voraussichtlich. Von bis zu 2,5 und 1,5 Millionen Euro sei auszugehen. Der Auftrag des Verwaltungsrates an Köhler: „Das Defizit reduzieren – und zwar schnellstmöglich.“ Unabhängig davon stellte das 15-köpfige Organ den Jahresab­schluss 2011 fest und entlastete Stadtwerke-Vorstand Norbert Köh­ler – einstimmig. Toni Schwaiger

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