Seuchengefahr im Landkreis Landsberg

Amerikanische Faulbrut gefährdet den Bienennachwuchs

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Die Amerikanische Faulbrut ist in Landsberg ausgebrochen und gefährdet den Bienennachwuchs.

Landkreis – Und plötzlich bekommt das „Rettet die Bienen“ nach dem erfolgreichen Volksbegehren eine neue Bedeutung: die Amerikanische Faulbrut ist im Landkreis ausgebrochen. Die Seuche ist für Bienen höchst gefährlich für den Menschen stelle sie keinerlei Gefährdung dar, heißt es aus dem Veterinäramt in der Kreisbehörde. Dort hat man inzwischen zwei Sperrgebiete eingerichtet – in Landsberg sowie Unter- und Oberdießen.

Am Montag sei in zwei Bienen­völkern im südwestlichen Stadtgebiet Landsberg der Ausbruch von Amerikanischer Faulbrut amtlich festgestellt worden, teilt Behördensprecher Wolfgang Müller mit. Das Landrats­amt Landsberg habe daher mit einer Allgemeinverfügung zwei rund zwei Kilometer umfassende Sperrgebiete eingerichtet; sie schließen Landsberg südlich der A96 mit den Ortsteilen Sandau und Friedheim sowie Unter- und Oberdießen ein – von dort habe der betroffene Imker die Völker erst kürzlich bezogen.

Der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Michael Veith, erläutert, dass es sich bei der amerikanischen Faulbrut um eine für Bienenvölker hoch ansteckende, bakterielle, anzeigepflichtige Bienenseuche handelt. Aus diesem Grund greife hier die staatliche Tierseuchenbekämpfung, welche durch das Veterinäramt veranlasst und koordiniert werde. Wie geht es nun weiter? Zunächst werden alle in den Sperrgebieten vorhandenen Bienenvölker auf das Vorhandensein des Erregers untersucht. „Die Sperrbezirke bleiben so lange bestehen, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind und ergeben haben, dass es keine weiteren Fälle gibt“, so Veith. Die betroffenen Völker seien bereits getötet und unschädlich beseitigt worden. Der Imker werde von der Tierseuchenkasse entschädigt.

Alle ortsansässigen Imker sind jetzt aufgefordert, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und ihre in den Sperrgebieten vorhandenen Bienenstände beim Veterinäramt unter Telefon 08191/129-1374 zu melden, um diese amtstierärztlich untersuchen zu lassen. Bewegliche Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden und Bienenvölker oder Bienen nicht in oder aus den Sperrbezirken verbracht werden.

Bitte nicht füttern!

"Für den Menschen stellt die Erkrankung keinerlei Gefahr dar, und auch Honig kann ohne Bedenken verzehrt werden“, beteuert der Veterinäramtschef, denn der Erreger befällt ausschließlich die Bienenbrut. „Jedoch ist die Mithilfe aller Bürger und insbesondere der Imkerschaft nötig, um die Gesunderhaltung der Bienenpopulation im Landkreis Landsberg zügig und dauerhaft zu gewährleisten“, so Veith. Insbesondere unverschlossene und ungenügend gereinigte Honiggläser können eine Ansteckungsgefahr für Bienen darstellen, da der Erreger auch in zahlreichen Handelshonigen vorkomme. Es sei daher sehr wichtig, dass kein Honig an Bienen verfüttert und Honiggläser unbedingt gründlich gereinigt und verschlossen entsorgt werden. „Die Übertragung des Erregers erfolgt aber auch durch Verbringen von Bienenvölkern, Austausch von Bienenmaterial (Beuten, Gerätschaften, Waben, Bienenprodukten) oder durch Räuberei unter Bienenvölkern“, betont Veith abschließend.

Bei Fragen und weiterem Informationsbedarf: Veterinäramt Landsberg, Tel. 08191/129-1374.

Toni Schwaiger

Das Sperrgebiet Landsberg.

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