Viel Flair und hohes Niveau

Auch nach 23. Jahren ist die Echinger Kunstausstellung noch etwas ganz Besonderes. Mit dem ihr eigenen Flair, zuverlässig hohem Niveau und künstlerischer Vielfalt gehört sie zu den alljährlichen Highlights in der Ammerseeregion und wird von immer mehr Kunstfreunden besucht. Die Gemeinde Eching ist dabei ein zuverlässige Partner: Jedes Jahr verwandelt sich das Rathaus für zwei Wochenenden bis unter das Dach in eine Galerie.

Unter dem Motto „Malerische Vielfalt“ eröffnete Bürgermeister Siegfried Luge am Samstag die diesjährige Schau, an der sich Anemone Rapp, Traudl Pfeiffer, Dieter Klein, Kathleen Canady, Manfred Engert, Myriam Dornier, die Goldschmiedin Ulrike Reinheldt mit ihrer aktuellen Schmuckkollektion sowie – erstmals in diesem Jahr – Lore Meyer, Barbara Bayer und Eberhard Knobloch beteiligen. Die gemeinsamen Themen der „Neuen“, die alle auf eine langjährige künstlerische Erfahrung zurückblicken können, sind Natur und Landschaft, jedoch in unterschiedlichsten Techniken: Lore Meyer zeigt Impressionen in klassischer Aquarell- und Mischtechnik. Die Radierung ist das Werkzeug von Eberhard Knobloch: Als abstrahiertes Formenspiel präsentiert er die Hügel bei Kapstadt oder die entfesselte Naturkraft der Meereswellen. Frischen Wind bringt Barbara Beyer mit ihren Pastellkreiden in den Sitzungssaal des Rathauses. Ihr Blick über den Ammersee hinüber nach Andechs und ihre voralpinen Landschaften lassen den Betrachter über die Schönheit der Kulturlandschaft unmittelbar vor der Haustür staunen. Immer wieder ein neues Abenteuer sind die Arbeiten von Traudl Pfeiffer, denen der Besucher im Eingangsbereich des Rathauses begegnet. Die Gemälde der viel gereisten Künstlerin wirken wie Sinneseindrücke aus den entlegensten Winkeln der Welt. Sie geben nicht die Körperlichkeit der ihnen zugrunde liegenden Motive, sondern deren farbliche Auflösung wieder, die nun in Form und Farbe als überwiegend abstrakte Darstellungen zum Betrachter sprechen. Steigt man die Treppe zum Obergeschoss hinauf fangen die großformatigen Arbeiten von Kathleen Canady die Blicke ein. Die Künstlerin aus Schondorf arbeitet mit Acryl, Gouache und am liebsten mit Ölfarben, pur oder in experimenteller Mischtechnik. Das Element Wasser, ob Wasserfall, Meer oder See ist derzeit ihr großes Thema. Ein Thema, mit dem die Künstlerin ihre Suche nach Tiefe und Transparenz wundervoll zum Ausdruck bringen kann. Für alljährliche Überraschungen sorgt Anemone Rapp: Während Formen und Muster im vergangenen Jahr ihr Thema waren, ließ sich die Künstlerin nun von der Welt der Buchstaben in den Bann ziehen, die sie als Collagen oder -wie in ihrer Serie „Potatoes“ - auf hell grundiertes Papier gesprüht präsentiert. Weiter geht die Entdeckungsreise bis hinauf unters Dach zu den Aktgemälden von Dieter Klein, doch zu Ende ist sie auch hier noch nicht. Die Echinger Kunstausstellung ist nochmals am kommenden Wochenende: Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag, von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Im benachbarten „Posthäusl“ kann man die Kunst bei Kaffee und Kuchen in angenehmer Stimmung reflektieren. Der Erlös des Kuchenverkaufs geht an das Echinger Kinderhaus.

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