Viel Geld für weniger Plätze – Sanierung im Altbau des Heilig-Geist-Spitals kostet 3,8 Millionen Euro

„Es ist jetzt der allerletzte Zeitpunkt, unsere Räume auf einen aktuellen Stand zu bringen.“ Der Leiter des Heilig-Geist-Spitales, Andreas Létang, hat am Mittwoch im Finanzausschuss kein Blatt vor den Mund genommen. Um das Seniorenheim für die Zukunft zu sichern, muss viel Geld in die Hand genommen werden: rund 3,8 Millionen Euro. Diese Summe wird wohl die Sanierung des Altbestandes verschlingen. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder für die Entwurfsplanung aus.

Etwas Zeit aber bleibt der Hochbauverwaltung noch für die Detailplanung. Denn zunächst gilt es, den Anbau des Heilig-Geist-Spitals fertig zu stellen. Ende Mai, Anfang Juni wird es soweit sein, kündigte Sebastian Gier an. Dann werden auf drei Etagen 24 neue, zeitgemäße Zimmer für die betagten Menschen zur Verfügung stehen. Umziehen ist dann angesagt, schließlich möchte man sich baldmöglichst im Altbestand ans Werk machen. Bis Mitte nächsten Jahres soll dort der erste Bauabschnitt, im Westflügel auf drei Etagen, fertig sein und ein Jahr später der zweite im Ostflügel mit Prälatengang im Obergeschoss. Apropos Prälatengang: Hier würde sich der Umbau der Zimmer angesichts der historischen Bausubstanz als überaus schwierig gestalten. Nicht zuletzt aus diesem Grund, soll dort künftig die Verwaltung des Heimes untergebracht werden, was nur geringfügige Eingriffe erfordert. Es sei alles andere als einfach, diesen Teil des Seniorenheimes künftig nicht mehr für die Pflege zur Verfügung stehe, betonte Heimleiter Létang. Die Zahl der Pflegeplätze reduziere sich dadurch von aktuell 67 in 18 Doppel- und 31 Einzelzimmern auf künftig 44 in sechs Doppel- und 38 Einzelzimmern. Damit einher gehen zwangsläufig personelle Veränderungen, allerdings „keine betriebsbedingten Kündigungen“, wie OB Ingo Lehmann als Ziel vorgab. Man werde sich künftig verstärkt im Bereich des „ambulanten Pflegedienstes“ engagieren. Anfragen dafür gebe es reichlich, so Létang. Eine Etage tiefer scheint im Ostflügel ein „sehr schönes Nebenziel“ (OB Lehmann) greifbar nahe: Der historische Durchgang vom Obstgarten zum Arkadenhof wird wohl wieder geöffnet werden. Und einen gemeinsamen, sehr ansprechenden Eingangsbereich für Alt- und Neubau, eventuell mit einem kleinen Kiosk, wird es ebenso geben. Bevor auch er zustimmend seine Hand für die Entwurfsplanung hob, hakte Dr. Reinhard Steuer (UBV) kritisch nach. „Ist’s überhaupt sinnvoll so viel Geld in einen Altbau zu investieren, oder sollte man nicht gleich neu bauen?“ Er habe kein besonders gutes Gefühl, wenn so viel Geld ausgegeben werde, um letztlich bei steigendem Bedarf weniger Pflegeplätze zu haben. Diese Frage komme zu spät, so Lehmann, der Stadtrat habe sie schon vor drei Jahren beantwortet, nämlich das Heilig-Geist-Spital zu einer modernen Pflegeeinrichtung umzubauen. Natürlich wäre es am billigsten nichts zu machen und die Räume leer stehen zu lassen, räumte das Stadtoberhaupt ein, doch sei das nicht gewünscht und widerspreche dem Stiftungszweck.

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