Mit viel "Man- und Womanpower"

Zum 1. Januar 2013 sollen laut OB Mathias Neuner und Stadtjuristin Petra Mayr-Endhart (rechts) die Änderungen in der Stadtverwaltung greifen. Silvia Frey-Wegele (links) leitet die neu geschaffene Abteilung „Kultur und Bildung“. Foto: Kruse

Auf den Kopf gestellt wird sie zwar nicht, aber die Änderungen in der Landsberger Stadtverwaltung, die zum 1. Januar 2013 greifen werden, sind durchaus gravierend. Oberbürgermeister Mathias Neuner präsentierte jetzt die neue Struktur. Die wichtigsten Neuerungen: Es wird eine eigene Abteilung 5 „Kultur und Bildung“ geschaffen, die Referate 1 (Personalservice) und 4 (Infor-mationstechnologie und Telekommunikation), die bisher direkt dem OB zugeordnet waren, werden in die allgemeine Verwaltung (Abteilung 1) eingegliedert.

„Das wird das kulturelle Spektrum erweitern“, so Neuner bei der Vorstellung. „Über die Jahre haben sich gewisse Dinge entwickelt und Ämter sind teilweise an Personen gehangen. Wir wollen als Einheit eine neue Richtung schaffen. Nicht zuletzt wollen wir damit auch ein Stück weit effektiver arbeiten.“ Überlegungen für eine Reform „gab es schon seit ein, zwei Jahren“, so Stadtjuristin Petra Mayr-Endhart, die Initialzündung sei jetzt aber der Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters gewesen. Neuner selbst verweist darauf, dass er zwar den Anstoß gegeben habe, legt aber großen Wert darauf, dass das neue Modell „gemeinsam bei unserem Seminar in Bad Bayersoien erarbeitet worden ist.“ Der Stadtrat hat den Änderungen bereits zugestimmt, die Angestellten der Verwaltung wurden in einer Personalversammlung informiert. Über die Einstellung eines „Kultur-Direktors“ habe man zwar nachgedacht, so Neuner, sich aber letztlich aber dafür entschieden, die neue Abteilungsleitung intern zu besetzen – nicht etwa aus dem derzeitigen Sparzwang, sondern „weil es unvernünftig wäre, das hervorragende Fachwissen, das wir haben, nicht zu nützen.“ Somit kommt Silvia Frey-Wegele in den Genuss, die neue Abteilung zu leiten. Ihre bisherige Position als Chefin der Landsberger Volkshochschule behält sie weiterhin, zur Entlastung angesichts ihrer neuen Aufgaben soll für die VHS eine pädagogische Mitarbeiterin halbtags zusätzlich eingestellt werden. „Wir haben uns in der Abteilung 1 wohlgefühlt“, stellt Silvia Frey-Wegele klar, „aber diese eigene Abteilung für Kultur und Bildung bedeutet für uns natürlich auch eine Aufwertung und Anerkennung unserer Arbeit.“ Damit allerdings lässt man es noch nicht bewenden. Durch die Eingliederung der Referate 1 und 4 in die allgemeine Verwaltung und die Schaffung der neuen Kulturabteilung ändert sich auch die Arbeit von Petra Mayr-Endhart deutlich. Die Abteilungsleiterin ist darüber nicht unglücklich und gut vorbereitet: „Ich freue mich über diese Lösung, die wir gemeinsam gefunden haben. Die Kultur ist eigentlich ein klassisches Hauptamt, gerade bei diesen Themen finden viele Besprechungen außer Haus statt und dauern auch etwas länger. Für mich bedeutet das, dass wir uns in Zukunft öfter und kürzer besprechen werden.“ Als eine der vordringlichen Aufgaben sieht sie das Dokumenten-Managementsystem der Stadt. „Da werden wir jetzt viel Man- und Woman-Power hineinstecken, das ist auch nötig, da ist in den letzten Jahren viel liegengeblieben.“ Direkt dem OB unterstellt, wenn auch in „Stabsstellen“ umbenannt, bleiben die Referate 2 (Rechnungsprüfungsamt) und 3 (Presse, Marketing, Internet). Neu geschaffen wird die Stabsstelle 1 „Controlling“, unterteilt in Finanz-, Strategie- und Projekt-Controlling. „Die meisten Kommunen haben das schon“, erläutert Neuner, „bei einer Verwaltung mit fast 700 Leuten ist das praktisch ein Muss.“ Diese Stelle wird voraussichtlich mit einem neuen Angestellten besetzt werden; die Personalaufstockung hat allerdings nicht direkt mit der Strukturreform zu tun, wie Kämmerer Peter Jung erklärt: „Derjenige wird sich auch um die Kosten- und Leistungsrechnung kümmern, da brauchen wir ohnehin jemand.“

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