Viel Nachfrage, zu wenig Platz

Arche bereitet Expansion vor

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Im Arche-Gemeinschaftshaus herrscht mächtig Betrieb. Bald könnten in der Einrichtung von ­Christoph Gewinner (hinten, 5. v. rechts) wieder freie Betreuungsplätze entstehen.

Landsberg – Die Arche platzt derzeit aus den Nähten und sucht deshalb ein zusätzliches Heim. Mit zehn Bewohnern ist das Potenzial des derzeitigen Domizils ausgeschöpft, sodass weiteren Interessenten aus Platzmangel eine Absage erteilt werden muss. Gemeinschaftsleiter Christoph Gewinner klärte im Gespräch mit dem KREISBOTEN über die derzeitige Entwicklung seiner Einrichtung für volljährige, geistig Behinderte sowie die geplante Expansion auf.

Im November 2016 hatte Gewinner einen Aufruf gestartet, in dem es hieß: „Verstärkung für die Vorstandschaft gesucht“ – zwar sei die Erweiterung des momentan dreiköpfigen Gremiums nicht zwangsläufig notwendig. Mittelfristig wolle man die Arbeit aber „auf mehr Schultern verteilen“, wünscht der Arche-Gemeinschaftsleiter. Einige Interessenten hätten schon bei ihm angeklopft, viele würden sich aber unter der Vorstandsarbeit etwas anderes vorstellen. „Wir suchen in erster Linie Mitgestalter und Mitentscheider, die auch eine beratende Funktion für unsere Einrichtung einnehmen können“, klärt Gewinner über das Idealprofil der Vorstandsanwärter auf. Eine Betreuung der Bewohner sei nicht erforderlich. Wenngleich die Mitarbeit auf ehrenamtlicher Basis erfolgt, sieht Christoph Gewinner in der möglichen Vorstandsstelle „eine sehr schöne Aufgabe.“

Entlastung für ihn und seine Führungsriege käme durchaus gelegen: Schließlich könnte die Arche schon bald Zuwachs bekommen, wobei in den Räumlichkeiten in der Erpftinger Straße kein weiteres Ausdehnen mehr möglich ist. 2004 war die Einrichtung in einen Altbau in der Nähe des Schongauer Dreiecks eingezogen und schon zwei Jahre später folgte der Anbau. Im gesamten Gebäude finden momentan acht Menschen mit Behinderung ihr Zuhause. Zwei weitere gehören der Einrichtung ebenfalls an, kommen aber über „Ambulant betreutes Wohnen“ in einem Haus fünf Minuten von der Arche entfernt unter. Alle freien Plätze sind damit bereits erschöpft. Dennoch erreichen Christoph Gewinner immer wieder Anfragen von Eltern, deren geistig behindertes Kind meist kurz vor der Volljährigkeit steht und aus dem Elternhaus ausziehen will. In der Arche gibt es dafür im Moment keine Möglichkeit für eine Unterbringung.

Deshalb hat die Gemeinschaft den Plan gefasst, schon bald ein weiteres Gebäude zur Verfügung zu stellen. „In vier bis fünf Jahren soll das neue Heim spätestens bezugsfertig sein“, wünscht Gewinner. Die Planungen befinden sich aktuell aber noch in den Anfängen: Es müssen eine Wohnfläche und neue Mitarbeiter gefunden und nicht zuletzt die Finanzierbarkeit geklärt werden. Angesetzt hat der Gemeinschaftsleiter zuletzt an den Finanzen: Mit einer Spendenwanderung von Ravensburg nach Landsberg (15. bis 30. Juli) solle ein erster Schritt erfolgen. Ansonsten ist der Leiter auf der Suche nach Spendentöpfen oder Zuschussmöglichkeiten.

Ferner bewegt die gesamte Gemeinschaft schon jetzt die Frage: „Wie soll unser neues Haus aussehen?“ Sicher scheint, dass es ein Neubau wird – „sonst lassen sich die hohen Auflagen hinsichtlich der Barrierefreiheit wohl nicht erfüllen“, vermutet der Leiter der Einrichtung. Die Gestaltung macht er aber nicht etwa zur Chefsache sondern will bewusst unter Einbezug der Bewohner Entscheidungen treffen. „Beziehungen zwischen Betreuern und Bewohnern beruhen hier generell auf Gegenseitigkeit. Behinderte können Dinge, die wir nicht können.“ Besonders schätzt Gewinner an seinen Mitbewohnern, dass sie „sehr unbekümmert sind, sich geben, wie sie sind, und auch Fehler zugeben können.“

Diese Eigenschaften möchte der Leiter auch in die Gestaltung des neuen Hauses einfließen lassen. Zwar sind viele Grundsatzfragen noch zu klären, der Fahrplan zur Arche-Erweiterung steht aber.

Marco Tobisch

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