Zu viel Wein auf dem Vogelberg?

Noch vor wenigen Wochen haben sie begeistert mit ihrem ersten eigenen Wein angestoßen (der KREISBOTE berichtete), jetzt droht den Geltendorfer Hobby-Winzern das Aus. Sie sollen den Weinberg, den sie seit drei Jahren hegen und pflegen, auf ein Fünftel seiner Fläche reduzieren.

Die momentane Größe von 500 Quadratmetern, so die Begründung, verstoße gegen geltendes Recht. Danach ist der Hobby-Weinbau nur auf maximal 100 Quadratmetern erlaubt. Drei Jahre lang fiel das niemandem auf. Jetzt sorgt ausgerechnet die eigene Vereinsleitung dafür, dass den Winzern Ärger droht. Die Weinbauern-Gruppe gehört zum Obst- und Gartenbau­verein Geltendorf-Kaltenberg. Den Südhang des Vogelbergs, auf dem die rund zwölf Aktiven ihre Weinstöcke angepflanzt haben, hat der Verein gepachtet. Wegen der Genehmigung einer Windschutzhecke sprach die 1. Vorsitzende Christine Leschhorn beim Landratsamt Landsberg vor. Dabei „kam auch die zur Zeit bestehende Größe der Weinbaufläche zur Sprache“, heißt es in einem Schreiben Leschhorns an die Weinbauern. Die mit 72 Reben bebaute Fläche betrage rund 500 Quadratmeter und entspreche somit nicht der Bestimmung, die eine Maximalfläche von 100 Quadratmetern fordere. „Meine Erkundigung bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ergab, dass es keinerlei Aussicht auf eine Ausnahmegenehmigung gibt“, schreibt Leschhorn weiter. „Somit ist unsere Weinbaufläche auf 100 Quadratmeter zurückzubauen.“ Die Winzer sind geschockt. „Wir haben nicht gegen das Weinbaurecht verstoßen“, ist sich Lucia Winterholler sicher. Es gehe dabei nicht um die Größe der Anbaufläche, sondern um die Anzahl der Reben. Offiziell betreuen die Hobby-Winzer nur 50 der Weinstöcke selbst, um die übrigen kümmert sich die Jugendgruppe des Vereins. Auch wurden Patenschaften für einzelne Reben vergeben, unter anderem an Landrat Walter Eichner. Die Weinbauern vermuten persönliche Gründe dahinter, dass ihr erfolgreiches Projekt nun aus den eigenen Reihen torpediert wird. „Hier wird mit Kanonen gegen uns vorgegangen, weil wir etwas machen, was funktioniert“, so Winterholler empört. Sie wirft der Vereinsleitung mangelndes Engagement vor: „Die Vorsitzende würde am liebsten bloß einmal im Jahr eine Kaffeefahrt machen, wie seit hundert Jahren.“ Christine Leschhorn will sich zu diesen Vorwürfen nicht öffentlich äußern. Sie hat für den heutigen Mittwoch eine vereinsinterne Sitzung zu dem Sachverhalt einberufen.

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