Die Vielfalt der Aufgabe reizt

Der alte und der neue Chef: Andreas Lehner (links) übernimmt in dieser Woche offiziell die Aufgaben von BRK-Kreisgeschäftsführer Anton Huber, der nach 32 Jahren in den Ruhestand geht. Foto: Osman

Nun ist der Staffelstab auch offiziell übergeben worden: Anton Huber, Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Landsberg, räumt Ende dieser Woche sein Büro in der Max-Friesenegger-Straße und geht nach 32 Jahren in den Ruhestand. Die Leitung des Kreisverbandes mit seinen 150 haupt- und knapp 1000 ehrenamtlichen Mitarbeitern übernimmt Andreas Lehner. „Das BRK Landsberg hat in Fachkreisen einen guten Ruf. Ich freue mich, hier zu sein“, so Lehner, der das Rote Kreuz nicht nur von oben kennt. 1996 absolvierte er seinen Zivildienst als Rettungssanitäter beim BRK in München.

Der gebürtige Landshuter, 33 Jahre alt, studierte Betriebswirtschaft und Kommunikationswissenschaften und hätte sich auch eine Karriere im Journalismus vorstellen können. „Ich bin nicht der typische BWLer“, sagt er über sich. Während des Studiums schrieb er nebenbei für die Münchener Abendzeitung und jobbte bei einem privaten Rettungsdienst. Als er von diesem das Angebot bekam, Assistent des Geschäftsführers und Pressesprecher zu werden, waren die beruflichen Weichen gestellt. Später übernahm er beim Landesverband der bayrischen Johanniter den Bereich soziale Dienste und schaffte nun unter 69 Bewerbern den Sprung an die hiesige BRK-Spitze. Hier erwarten Lehner einige Herausforderungen. „Wir müssen den Spagat schaffen zwischen weiterhin guter Qualität und den finanziellen Zwängen, denen wir unterliegen.“ Durch den Wegfall des Zivildienstes wird das nicht leichter. Man werde vermehrt mit geringfügig Beschäftigten und Teilzeitkräften arbeiten müssen, außerdem sollen mehr Ehrenamtliche gewonnen werden. „Dazu wird es noch in diesem Jahr eine große Werbekampagne geben“, kündigt Lehner an. Als Anton Huber seinerzeit die Leitung des Kreisverbands übernahm, war Lehner gerade ein Jahr alt. Dass er die Tätigkeit selbst auch so lange auszuüben wird, glaubt der Vater eines dreijährigen Sohnes nicht – „das ist für meine Generation nicht mehr vorstellbar“. Mitte des Jahres wird er aber mit seiner Familie nach Landsberg ziehen – in die Nähe des BRK. Die Vielfalt der Aufgaben und Themen reizt Lehner an seinem neuen Posten. „Wir sind breit gefächert und bieten etwas für alle Altersgruppen, von der Kinderbetreuung bis zu den Senioren.“ Hinzu kommt, dass die BRK-Kreisverbände zwar untereinander kooperieren, aber in ihren Entscheidungen unabhängig sind und selbstständig agieren können. Das eröffnet dem neuen Chef einiges an Gestaltungsspielraum. „Ich gehe gerne. Nach einem Drittel Jahrhundert ist es einfach Zeit, so eine Tätigkeit abzugeben“, sagt Anton Huber. Auch sei er den Belastungen des Postens gesundheitlich nicht mehr gewachsen. Seinem ehrenamtlichen Engagement für den Kreisverband bleibt der 62-Jährige aber treu. „Ich werde weiterhin meine Seminare über Meditation, Fasten und Trauerbegleitung geben.“ BRK-Kreisvorsitzender Franz Xaver Rößle spricht von einem „perfekten Wechsel“ von alter zu neuer Leitung und ist glücklich, jemanden gefunden zu haben, der die Fußstapfen der „Institution Anton Huber“ aus­- füllen kann. Lehner bringe einerseits Stallgeruch mit und verfüge andererseits über ein Knowhow, das sich nicht auf das BRK beschränkt. „Ich bin optimistisch, dass er den Kreisverband, erfolgreich weiterführen kann“, so Rößle. „Organisatorisch und menschlich – die Chemie hat von Anfang an gestimmt.“

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