Schläge im Rathaus

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Im Rathaus in der Katharinenstraße soll der 44-jährige Landsberger seiner damaligen Freundin mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Er wurde nun zu 4 Monaten Haft verurteilt.

Landsberg – Weil er seine damalige Freundin mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sie anschließend als „dreckige Bitch” beschimpft haben soll, musste sich ein 44-jähriger Landsberger jetzt vor dem Amtsgericht Landsberg verantworten. Der Angeklagte, der bereits wegen anderer Delikte im Gefängnis sitzt, legte schließlich ein Geständnis ab. Seine Haftstrafe verlängert sich dadurch nun um weitere vier Monate.

Der Angeklagte und die Geschädigte waren ein Paar gewesen, als es im August zu einem Streit kam. Die damals 55-Jährige arbeitete gerade als Reinigungskraft im Landsberger Rathaus, als ihr Freund sie dort aufsuchte. Jedoch waren noch zwei andere Herren – Bekannte der Reinigungskraft – dort anwesend, was dem 44-Jährigen offenbar nicht passte. Grund: Seine Freundin war mit den beiden „am Schäkern”, wie er vor Gericht aussagte. Er wollte sie zur Rede stellen, hat sie an der Schulter gefasst. Allerdings soll er „nicht mal in der Nähe von ihrem Gesicht” gewesen sein. Dass er sie als „dreckige Bitch” beschimpft haben soll, räumte er dagegen ein. 

Die Reinigungskraft beschrieb allerdings vor Gericht, der Angeklagte habe „voll ausgeholt” und ihr ohne Angabe von Gründen ins Gesicht geschlagen. Dabei habe sie im Bereich der Oberlippe eine Schwellung davon getragen. Auch weitere Beschimpfungen seien gefallen. Zuletzt habe ihr der Angeklagte noch mit „dich krieg ich noch!” gedroht. 

Die beiden Bekannten der Reinigungskraft konnten den Faustschlag vor Gericht nicht bezeugen. Der Eine war zu diesem Zeitpunkt auf der Toilette, der Andere hat sich im Hof umgesehen. Auch die Schwellung im Gesicht der 55-Jährigen sei nicht eindeutig zu erkennen gewesen. Einer von ihnen sagte, er habe einen „weißen Fleck” in ihrem Gesicht bemerkt. 

Fotos von der Verletzung lagen dem Gericht nicht vor, obwohl der zuständige Polizeibeamte versicherte, dass vor Ort welche gemacht wurden. Er selbst habe „Schwellungen und Rötungen, die auf einen Schlag hindeuten” im Gesicht der Reinigungskraft bemerkt. 

Auf Anregung von Richter Andreas Niedermeier zogen sich er, Verteidiger Joachim Feller und Staatsanwalt Markus Eberhard zu einem Rechtsgespräch zurück. In der Folge stellte Niedermeier dem angeklagten Landsberger eine Gesamtfreiheitsstrafe „zwischen drei und fünf Monaten” für den Fall eines Geständnisses in Aussicht. Dies legte er dann auch durch seinen Rechtsanwalt Joachim Feller ab. 

Staatsanwalt Markus Eberhard legte dem Angeklagten sein Geständnis positiv aus: Er habe die Körperverletzung sowie die Beleidigung zugegeben. Positiv sei außerdem, dass die Körperverletzung „relativ glimpflich” ausgegangen sei und er sich bei seiner Ex-Freundin entschuldigt habe. Negativ legte der Staatsanwalt dem 44-Jährigen allerdings seine erheblichen und zum Teil einschlägigen Vorstrafen aus. Auch die hohe Rückfallgeschwindigkeit – er hat die Tat unter offener Bewährung begangen – sprachen gegen eine erneute Bewährungsstrafe. So beantragte Eberhard für die Körperverletzung vier Monate, für die Beleidigung drei Monate Haft, woraus er eine Gesamtstrafe von 5 Monaten bildete. 

Verteidiger Joachim Feller konnte dem nicht viel entgegensetzen. Sein Mandant sei zu verurteilen. Allerdings betonte er den hohen Wert dessen Geständnisses – „eine Überführung wäre nicht möglich gewesen” – und dass direkte Verletzungsfolgen nicht nachweisbar gewesen seien. Er forderte 4 Monate Haft. 

Obwohl die fehlenden Lichtbilder Klärung hätten bringen können, sah Richter Andreas Niedermeier keinen Grund, das Geständnis des 44-Jährigen anzuzweifeln. Im Großen und Ganzen gäbe es den Ausführungen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft nichts entgegenzusetzen. Er verurteilte ihn für die Körperverletzung zu 3 Monaten, wegen der Beleidigung zu 2 Monaten. Insgesamt bildete er eine Gesamtstrafe von 4 Monaten daraus.

Astrid Erhard

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