Den vierten Platz hat keiner erwartet

Vor zwei Wochen ist eine erneut erfolgreiche Saison für die Heimerer Schulen Basket Landsberg zu Ende gegangen. Mit dem 101:93-Erfolg gegen Telemotive München sicherte sich die HSB am letzten Spieltag gegen die Ansbach Piranhas den vierten Tabellenplatz im sechsten Jahr der Regionalliga-1-Zugehörigkeit. Da außerdem mit Leitershofen, Leipzig und dem besten Drittplatzierten aller Regionalligen, Gotha, heuer gleich drei Mannschaften in die umstrukturierte ProB aufsteigen, ist diese Platzierung noch höher einzuordnen – Zeit also, um noch einmal auf eine Saison mit Höhen und Tiefen aber einem erfolgreichen Ende zurückzublicken.

Traditionell spät war der Kader der HSB komplett. Zwar entschied sich Starspieler Jason Boucher schon recht früh für ein zweites Jahr am Lech, doch gerade auf der Centerposition klaffte zunächst noch ein großes Loch. Erst am Donnerstag vor dem ersten Saisonspiel gegen Dachau präsentierte Teammanager Jürgen Fleßner dann US-Centerspieler Chris Moore. Jedoch präsentierten sich die Lokalrivalen als bereits sehr eingespielte Mannschaft und gewannen die Partie so auch mit 91:77. Das erste Heimspiel gegen Ansbach war dann fast schon traditionell spannend. Dank einer Galavorstellung von Jason Boucher (47 Punkte) gewann man nach Verlängerung 90:86. Auch in der Folge waren die Leistungen noch sehr durchwachsen. Jason Boucher hatte mit einer schlechten Wurfquote zu kämpfen und Chris Moore war im Angriff oft nicht aggressiv genug. Ein Fabian Kirchhoff in Bestform genügte da häufig nicht. Doch Ende November sorgte die Truppe um Kapitän Michael Teichner dann endlich für einen echten Paukenschlag: mit 77:72 besiegte man Spitzenreiter und Aufstiegsfavorit Nr. 1, die Gotha Rockets, vor deren eigenen Publikum – Landsberg wurde wieder als ernsthafter Gegner wahrgenommen. Dennoch unterlag man wenig später im Spitzenspiel gegen die BG Leitershofen/Stadtbergen mit 91:80. Mit einem Kantersieg beim Schlusslicht Srbija München rehabilitierte man sich, nur um dann im letzten Spiel vor Weihnachten bei Telemotive München eine bittere 114:91-Pleite zu kassieren. Die HSB überwinterte auf dem 5. Tabellenplatz. Erholung sollte es dann in der Weihnachtspause aber vor allem für die Verantwortlichen der Landsberger Basketballer aber keine geben. Moore wurde zurück in die USA geschickt. Stattdessen holte Fleßner den in der Liga als offensiv gefährlicher bekannten Jeremiah Lawrence an den Lech. Daraufhin warfen die aufstrebenden Youngster Jannis Goldbach, Josef Egger und Christian Kufner enttäuscht ob dieser Entscheidung das Handtuch. Auch wurde die Frage des eventuellen ProB-Aufstiegs aufgeworfen, da in diesem Jahr hierfür unter Umständen ein 3. Platz reichen würde. Für dieses Unterfangen schien man nun aber zu wenig Spieler zu haben, so dass die Landsberger Basketballanhängerschaft doppelt gespannt auf den Rückrundenstart war. Zwar gewannen die HSBler das Derby gegen Dachau mit 105:91, doch sollte dieses Spiel kein Maßstab sein. Denn in Ans-bach und gegen die toll aufspielenden Leipziger gab es für Landsberg nichts zu holen. Dabei waren vor allem das mangelnde Zusammenspiel und die schlechte Trefferquote, insbesondere von Lawrence, auffällige Faktoren. Erst mit zwei Pflichtsiegen gegen Weiden und Breitengüßbach 2 kam die HSB wieder zum Erfolg. Unterdessen beschloss der Vorstand des Gesamtvereins, dass ein Aufstieg momentan nicht in Frage kommt. Dies hinderte Das Spielerteam jedoch nicht daran einen tollen Endspurt hinzulegen. Mit einem überraschend deutlichen 93:75-Sieg gegen Zwickau eroberte man den vierten Tabellenplatz und dann düpierte man die Gotha Rockets auch in Landsberg. Beim 99:81-Erfolg zeigten die Lechstädter ihre beste Saisonleistung. Aufkeimende Hoffnung auf Platz 3 wurde dann aber durch Niederlagen gegen Rattelsdorf und den verdienten Meister Leitershofen erstickt. Für Landsberg sprang ein toller vierter Platz heraus, den nach der turbulenten Weihnachtspause kaum jemand für möglich gehalten hätte.

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