Virtuelle und reale Ströme

Am 2. Januar wird die Leitwarte Landsberg, zuständig für die Steuerung der Kraftwerke und der Staustufen des Lechs, in die Landshuter Zentrale Leitwarte Wasserkraft verlegt. Foto: E.ON

Am 2. Januar wird E.ON, Betreiberin der Lech-Wasserkraftwerke die Landsberger Leitwarte in ihre Zentralwarte nach Landshut verlegen. Wenngleich der Energieversorger nicht mit Umstellungsschwierigkeiten rechnet, so will er die Landsberger Warte erst einmal funktionstüchtig erhalten.

Wenn alles nach Plan läuft, und danach sieht es augenblicklich aus, wird die E.ON Wasserkraft GmbH ab dem Jahr 2015 alle ihre deutschen Kraftwerke von Landshut aus steuern. Das sind insgesamt 110 Wasserkraftwerke mit rund 300 Turbinen, 127 Wehre und mehr als 5000 Messstellen. Deutschlandweit erzeugen die Laufwasser-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke des Unterneh­- mens über acht Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Von den insgesamt 23 Lech-Staustufen liegen, beginnend im Süden mit der Staustufe 8a in Kinsau und im Norden endend mit der Staustufe 21 in Prittriching, zwölf im Landkreis Landsberg; von Kinsau flussabwärts sind dies: Apfeldorf, Epfach, Lechblick, Lechmühlen, Dornstetten, Pitzling, Landsberg, Kaufering, Schwabstadl, und Scheuring. 582,8 Gigawattstunden Insgesamt wird am Lech laut E.ON mit einer Ausbauleistung von 258,7 Megawatt eine jährliche Regelarbeit von 1162 Gigawattstunden erzeugt. Davon kommen bei einer Ausbauleistung von zusammen 117,6 Megawatt immerhin 582,8 Gigawattstunden von den Staustufen im Landkreis Landsberg. Begonnen wurden mit der zentralen Zusammenfassung am „Wasserhauptstandort Bayern“. Sieben Leitwarten an den Flüssen Donau, Main, Isar, Lech und am Edersee gab es im Freistaat bislang. Die Leitwarte Finsing, zuständig für die Isar-Kraftwerke, und die Leitwarte Regensburg, von der aus die Wasserkraftwerke entlang der Donau gesteuert wurden, sind dieses Jahr in die Zentralstelle nach Landshut gewechselt; nun ist Landsberg an der Reihe. Aufgrund der zweimaligen positiven Erfahrungen sieht man dem Ereignis mit Gelassenheit entgegen. Zur Sicherheit will man „das System in den ersten Tagen der Umstellung zweigliedrig fahren“, erklärt E.ON-Pressesprecherin Carolin Patzner. „Sollten wider Erwarten Probleme an irgendeiner Stelle auftauchen, kann man den Betrieb mühelos auf Landsberg zurückswitchen.“ Von den sieben Landsberger „Leitwartenfahrern“ werden drei „mit neuen Aufgaben“ vorort bleiben, vier in die Zentrale nach Landshut wechseln und dort künftig für mehr als nur „ihren“ Lech zuständig sein; kleines Trostpflaster für die „Neulandshuter“ – aufgrund der größeren Personaldecke wird es weniger Nachtdienste geben.

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