"1250 Euro zum Dritten"

+
Begleitet von der Pianistin Franziska Reif unternahm das Vocalensemble einen Ausflug in die Tierwelt: „Animal Crackers“ von Eric Whitacre.

Landsberg – „Im Rausch der Geschwindigkeit“ nannte das Landsberger Vocalensemble sein Konzert am Samstag im Rathaussaal – in Anlehnung an den motorenbegeisterten Hubert von Herkomer. Denn für ihn hat sich der Chor etwas Besonderes ausgedacht: die Besucher konnten einen privaten Auftritt zugunsten der Renovierung des Mutterturms ersteigern.

Bei Versteigerungen sei es ja üblich, dass Interessenten das Versteigerungsgut vorher ausgiebig in Augenschein nehmen können, hatte BR-Redakteurin und Moderatorin Sabine März-Lerch vorab erklärt. Diese Gelegenheit bestand ausreichend während des knapp zweistündigen Konzertes. Das Vocalensemble unter der Leitung von Matthias Utz, 2009 als bester europäischer Chor ausgezeichnet, präsentierte seine Vielseitigkeit mit einem Querschnitt seines Programms, bei dem ein Teil der Stücke aus der Zeit Herkomers datierte.

Geistliche Chorsätze, Lieder von Ravel, amüsante Intermezzi wie die „Animal Crackers“, ernste Gesänge wie Johannes Brahms „Im Herbst“ oder gar ein finnischer „Pseudo-Jodler“ – das Ensemble war des Beifalls des Publikums gewiss. Chorische Perfektion, ein ausgefeiltes Spiel mit Dynamik und Tempo, dazu wunderbare Solo-Stimmen, die bei Ravels „Paradiesvögel“ von einer harmonischen Klangwelle getragen wurden.

Begeisterten Applaus gab es auch für die Einlagen der Instrumentalsolisten: für die einfühlsame Chopin-Interpretation des junge Pianist Armin Alexander Hiltl, dem temperamentvollen Tango von Astor Piazzolla, den die Violinistin Jule Doiwa, die demnächst den Kulturförderpreis erhält, gemeinsam mit Gerhard Abe-Graf am Piano präsentierte. „Im Rausch der Geschwindigkeit“: das Motto traf wohl am meisten auf die Darbietung von Franziska Reif zu, die Debussys „Minstrels“ und „Le vent dans la plaine“ auf atemberaubende Weise zum Leben erweckte.

Startpreis: 350 Euro

Im Anschluss stellte Franz-Xaver Rößle, Mitglied des Patronatskomitees, die Arbeit der Herkomerstiftung und die geplante Sanierung des Anwesens am Mutterturm vor, bevor Sabine März-Lerch die Stimmgabel anstelle des Versteige­rungs- hammers in die Hand nahm. Von 350 Euro Startpreis ging es mehr oder weniger schnell hinauf bis zu einer Endsumme von 1250 Euro, für die der Landsberger Rechtsanwalt Steffen Schmidt-Hug den Zuschlag erhielt. Als bekennender Fan des Vocalensembles wisse er schon, welche Lieder er am liebsten hören wolle, verriet er freudestrahlend.

Patricia Eckstein

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See

Kommentare