Sankta Lucia in Heilig-Kreuz:

Lichterglanz zum Lucia-Fest

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Das Sankta-Lucia-Konzert des Vocalensembles Landsberg war auch im Jubiläumsjahr des seit 25 Jahren bestehenden Chores ein stimmungsvoller Hochgenuss. Hier das Konzert in der Heilig-Kreuz.Kirche in Landsberg.

Landsberg – Der Kerzenkranz der Sankta Lucia erhellt langsam die dunkle Kirche. Mit ihr betreten die Chormitglieder des Vocalensembles Landsberg unter der Leitung von Matthias Utz den Mittelgang. Das erste Lied ist wie jedes Jahr das „Sankta Lucia“, ein schwedisches Volkslied zum Lucia-Fest. Das wird regelmäßig am 13. Dezember gefeiert. Denn bis zur Kalenderumstellung im 18. Jahrhundert war dies der kürzeste Tag im Jahr.

Das Vocalensemble Landsberg bereitete auch in seinem 25. Jubiläumsjahr den zahlreichen Besuchern der Heilig-Kreuz-Kirche ein stimmungsvolles Konzert. Qualitativ hochwertiger Gesang, der auch schon vielfach ausgezeichnet wurde: 2009 wurde der Chor in Spittal zum besten europäischen Chor gekürt, 2012 erreichte der Chor bei einem internationalen Wettbewerb in Breslau den 2. Platz. Auch optisch ist das Lucia-Singen immer wieder eindrucksvoll: Die über 30 Chormitglieder in ihren weißen Gewändern tragen je eine Kerze, deren Licht sich in den barocken Ornamenten der Kirche widerspiegelt. Der kürzeste Tag, ein wenig länger gemacht.

Gleich das vierte Lied, „O magnum mysterium“, ein achtstimmiger Klangteppich des zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Morten Lauridson, zeigt das Können des Chors. Leichte Dissonanzen, die sich in Wohlgefallen auflösen und Gänsehaut erzeugen. Lauridson wurde zu seiner Komposition durch ein Stillleben aus dem 17. Jahrhundert inspiriert, Früchte auf einem Tisch, die als Symbol der Jungfrau Maria gedeutet werden. In einem Interview erzählt Lauridsen, das Gemälde habe ihn so fasziniert, dass er versuchte, sein Empfinden in dieser Komposition einzufangen.

Die Lucia-Konzerte des Vocal­ensembles zeichnen sich auch durch die ständige Neuordnung des Chores aus. Für „Es ist ein Ros entsprungen“ geht Lucia mit acht Sängern in den Mittelgang zum Eingang der Kirche. Wenn dann in der zweiten Strophe dieser kleine Chor einsetzt, füllt sich die ganze Kirche mit den Klängen des von Michael Praetorius Anfang des 17. Jahrhunderts komponierten Chorsatzes. Stereo vom Feinsten. Oder Klang aus jeder Richtung, wenn sich die Chormitglieder im Kreis um das Publikum aufstellen: Der Münchner Florian Mayr komponierte das wunderschöne „Christnacht“, dem ein Weihnachtsgedicht eines sächsischem Generalmajors von 1840 zugrunde liegt.

Für das österreichische „Es wird scho glei dumpa“ teilt sich der Chor. Ein Teil der Sänger geht ganz nach oben auf die Empore der Kirche. Und beim Andachtsjodler scheinen die Stimmen das ganze Dach der Kirche zu füllen. Ein besonderer Glanzpunkt des Konzertes ist sicherlich das achtstimmige „Entre le bouef et l’âne gris“, ein Werk, das der deutsche Komponist Alwin Schronen extra für das Vocalensemble schrieb. Die Melodie scheint auf einem Grundton zu schweben, ungewohnte Harmonien, überraschend schön.

Nach „In dulci jubilo“ gingen die Sänger zum Ausgang der Kirche. Und dort begleiteten sie mit ihren Stimmen und „An Irish blessing“ das Publikum nach außen. Das irische Volkslied von J. E. Moore wünscht allen Menschen den Wind im Rücken und die Sonnenwärme im Gesicht: „Until we meet again“, so der Refrain des Liedes. Das Vocalensemble hatte am Abend des 18. Dezember sein letztes Lucia-Konzert im Kloster Irsee. Wiederhören und Wiedersehen kann man es aber sicher auch nächstes Jahr zum stimmungsvollen und wunderschönen Sankta-Lucia-Singen.

Susanne Greiner

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