"Vogelberger Solaris" mundet

Es ist die Krönung von drei Jahren Arbeit: Die Geltendorfer Hobby-Winzer haben erstmals die Gläser erhoben und mit ihrem eigenen Wein angestoßen, dem „Vogelberger Solaris“. Gut ge­kühlt schmeckt er säuerlich und erfrischend. Mit zwölf Prozent Alkohol ist der Tropfen nicht von schlechten Eltern. Die Weinbauern-Gruppe hat damit ihr erklärtes Ziel erreicht, allen Zweiflern zu beweisen, das der Weinbau in Gelten­dorf funktioniert.

Beste Stimmung herrscht am Vogelberg, als die Winzergruppe die ersten der 25 Literflaschen ihres selbst hergestellten Weißweins öffnet. „Ich hatte Schlimmeres befürchtet“, stapelt Horst Berger nach dem ersten Schluck tief, und strahlt. Gemeinsam mit einem guten Dutzend Mitstreiter hat er unermüdlich an dem Projekt gearbeitet. Sie wollten beweisen, dass der Weinbau in Geltendorf funktioniert. Jetzt steht fest: Das Experiment ist geglückt. „Am Anfang wurden wir von vielen belächelt“, erinnert sich Berger. Inzwischen lacht niemand mehr. Die etwa 70 Weinstöcke am Vogelberg sehen gepflegt und gesund aus, die nächsten Trauben reifen bereits der Lese entgegen. Ende Mai wurden die Stöcke mit Pferdemist gedüngt, ansonsten verzichtet die Weinbauerngruppe des Obst- und Gartenbauvereins auf Dünger und erst recht auf Unkraut- oder Schädlingsbekämpfungsmittel. „Wir können unseren Wein mit gutem Gewissen als Öko-Wein bezeichnen“, so Thomas Röhrich. „Der Wein will seinen Herrn jeden Tag sehen“, besagt ein altes Sprichwort der Zunft. Auch wenn die Geltendorfer diesen Anspruch nicht ganz erfüllen konnten, hegen und pflegen sie ihren Weinberg mit großer Sorgfalt. Herabhängende Traubendolden werden hochgebunden, um die Hasen aus den benachbarten Wäldchen nicht in Versuchung zu führen. Mitte August wird das Weinlaub zurückgeschnitten, damit die Trauben ein Maximum an Sonnenlicht erhalten. „Vorher wäre das gefährlich, dann hätten wir Dörrobst“, sagt Berger. Wichtig ist den Weinbauern auch die Gemeinsamkeit, ohne die es kein wirkliches Vereinsleben gibt. Neulinge, die sich beteiligen möchten, sind herzlich willkommen. Auch die Kinder der Winzer haben kräftig mitgeholfen und dabei viel Spaß gehabt. Inzwischen prüft die Gruppe schon mit fachmännischem Blick die neu heranreifenden Trauben. „Bis jetzt sieht es aus, als wäre der Ertrag etwas schlechter als letztes Jahr“, meint Röhrich. „Endgültig entscheiden wird das der August.“

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