Baukran in der Gartenstraße:

Riederauer Ehepaar in der Sackgasse gefangen

Max Baßler - Riederau - Baustellen Gartenstraße
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Sauer auf die Nachbarn und die Marktgemeinde ist Max Baßler aus der Riederauer Gartenstraße. Wegen einer baustellenbedingten Vollsperrung konnten er und seine Frau eine Woche lang die Sackgasse nicht auf normalem Weg verlassen.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Dießen-Riederau – Zu früh gefreut. Gerade konnte das Rentner-Ehepaar Maria (72) und Max Baßler (83) aufatmen, als der Baukran bei der Zufahrt in die Gartenstraße, einer Sackgasse, abgebaut wurde. Eine Woche lang fühlten sich die Senioren in ihrem Häuschen von der Außenwelt abgeschlossen. Wegen Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück hatte die Marktgemeinde Dießen eine Vollsperrung genehmigt, weil ein Kran samt Ausleger die komplette Straßenbreite benötigte. Jetzt wurde zwar der Kran abgebaut, doch ein neuer Kran rückte an seine Stelle und versperrt nach wie vor die Zufahrt zu den Baßlers. 

Bereits beim ersten Kran konnte das Rentnerehepaar von ihrem Haus in der Sackgasse weder mit Auto noch Radl zum Einkaufen oder zum Arzt fahren. Nur zu Fuß war eine rutschige Kletterpartie um die Kranausleger herum über Kieshaufen und durch Gebüsch möglich. Für die betagten Senioren schwerlich zu machen, zumal der Weg ins Riederauer Zentrum für einen Fußmarsch zu lang ist.

Max Baßler klagt insbesondere darüber, dass durch die Vollsperrung auch die Zufahrt von Müllwagen, Feuerwehr oder Notarzt nicht möglich ist. Seine Frau ist herz- und lungenkrank und nach einem längeren Krankhausaufenthalt gerade erst wieder zuhause. Bei einem Rückfall müssten die Rettungssanitäter die Frau wohl huckepack um die Ausleger herum zum Wagen tragen.

Die Bauherren von Baßlers Nachbargrundstück hatten die Vollsperrung zwar schriftlich angekündigt und angeboten, „Pakete gerne für euch anzunehmen, aber leider wird die Durchfahrt für euch nicht möglich sein“. In einem Gespräch mit dem KREISBOTEN betonte die Bauherrin, man habe dem Ehepaar Baßler „jede Hilfe angeboten“ und sei zudem über Handy Tag und Nacht erreichbar gewesen.

Die Gemeinde war bei der Genehmigung der Vollsperrung irrtümlich davon ausgegangen, dass es am Ende der Sackgasse eine Möglichkeit gibt, zur Rogisterstraße zu gelangen und damit ins Riederauer Zentrum. Statt Straße ist das Zwischenstück aber nur eine sumpfige Wiese, die ein weiterer Anlieger gemäht hatte und als Fahrstreifen benutzte. Diese Notlösung hätten die Bauherren laut eigener Aussage der Familie Baßler mitgeteilt.

Wie Karl Heinz Springer, Geschäftsleiter der Marktgemeinde Dießen, dazu ausführte, könne man nicht einfach eine Wiese zur Behelfsstraße umfunktionieren. Man hätte unbedingt die Gemeinde sowie Feuerwehr und Rettungsdienste informieren müssen, dass hier eine vorübergehende Behelfszufahrt von hinten in die Sackgasse besteht. Der Bauhof hätte dann eine entsprechende Beschilderung angebracht. In Zukunft werde man laut Karl Heinz Springer solch heikle Sperrungen nicht vom Schreibtisch aus genehmigen, sondern erst nach Inaugenschein­nahme.

Die Baßler hoffen jetzt, dass der neue Kran nicht zu lange stehen bleibt und die Vollsperrung bald wieder aufgehoben wird. Damit wieder Frieden einkehrt in der Gartenstraße.

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