Auf ein Wiedersehen!

Von Dowland bis Piazzolla: Konzert in der Landsberger Klosterkirche

Silvia Berchtold, Katharina Kraus und Maura Knierim (von links) in der Kirche des Ursulinenklosters.
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Silvia Berchtold, Katharina Kraus und Maura Knierim (von links) beim Konzert „Come again!“ in der Kirche des Ursulinenklosters.

Landsberg – Die Kirche des Ursulinenklosters ist ein Juwel. Und Kulturreferent Axel Flörke setzt sich dafür ein – um es lebendig zu halten. Am Samstag nutzten drei Musikerinnen aus dem Landkreis die Chance, dort ein letztes Mal vor dem ‚stillen November‘ Musik erklingen zu lassen: Blockflötistin Silvia Berchtold, Violinistin Katharina Kraus und Maura Knierim an der Harfe, zusammen der ‚musikalische Lieferdienst‘ Gig, versetzten die 30 Zuhörer für eine Stunde in eine andere Welt.

Das Verkehrsrauschen verstummt nie ganz. Dass die Akustik in der Klosterkirche dennoch hervorragend ist, bewies das GiG-Konzert „Come again!“: Ein Konzert, das in leisen Tönen eine Zeitinsel zaubert. Den Anfang machten altenglische und irische Lieder, von den Musikerinnen für Trio bearbeitet. Flöte und Geige spielten in alter Stimmung – der Kammerton liegt mit 415 Hertz um einen Halbton tiefer als ‚normal‘ –, was eine besondere Weichheit erzeugt. Knierims böhmische Harfe – eine kleine Harfe der Wandermusiker im Mittelalter – passte sich mit einem leichten Ton perfekt ein. Den schlichten englischen Liedern stellten die drei Antonio Vivaldis venezianische und äußerst virtuose Sonate „La Follia“ gegenüber: eine ‚Verrücktheit‘, die eigentlich nur aus einem Thema und Variationen darüber besteht. Aber dennoch ein hohes Maß an Präzision fordert, um schnellste Läufe und eine Dynamik vom Fortissimo bis hin zum getupften Piano so umzusetzen, dass das Ergebnis wie eine Beiläufigkeit klingt – eine Aufgabe, die das Trio perfekt meisterte.

Ein zweites Highlight nach einer Stippvisite zu Benjamin Britten: zwei Tangos von As­tor Piazzolla, „Café 1930“ und „Nightclub 1960“, jeweils im Duett. Kraus brillierte mit fliegenden Läufen und leidenschaftlich angestrichenen Saiten. Und wer dachte, Tango sei mit Blockflöte und Harfe nicht wirklich Tango, wurde eines Besseren belehrt. Berchtold entlockte insbesondere der Tenorflöte samtiges Gefühl und leidenschaftlichen Rhythmus. Und Knierim verwandelte ihre Harfe gar zum Percussion-Instrument.

Die letzten Töne waren dem Lied „Come again“ von John Dowland vorbehalten: melancholisch, aber optimistisch. „Wir hoffen, dass Sie wiederkommen“, sagte Kraus. „Dann, wenn es wieder möglich sein wird.
ks

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