Mit der Vespa zur Olympiade

Von Mailand nach Tokio über Landsberg - mit dem Roller

Fabio Cofferati mit seiner bepackten Vespa.
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Zwischenstopp am Landsberger Bayertor: Fabio Cofferati mit seiner bepackten Vespa.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Ein Mann aus Salsomaggiore Terme in Italien ist auf historischen Spuren unterwegs und machte vergangene Woche einen Zwischenstopp in der Lechstadt: Fabio Cofferati ist am 13. Juni in Mailand gestartet, um zu den olympischen Spielen in Tokio zu fahren. Mit einem Motorroller, genauer gesagt mit einer Vespa 150 VBB, Baujahr 1963. Er ist nicht der erste Italiener, der diese Reise wagt.

Im Jahr 1964 machte sich Roberto Patrignani, anlässlich der XVIII. Olympischen Sommerspiele in Tokio, Japan, ebenfalls mit einer Vespa auf den Weg ins Land der aufgehenden Sonne. Er erreichte sein Ziel nach 85 Tagen und 13.000 zurückgelegten Kilometern. Von diesem Abenteuer ließ sich Fabio Cofferati inspirieren, als er sein eigenes Unternehmen vor Jahren in Angriff nahm und plante: „Wer träumt nicht davon, ein solches Erlebnis zu machen? Ich bin nicht auf der Suche nach Ruhm und Ehre, sondern nach einer inneren Erfahrung. Und ich muss auch nicht am 23. Juli zur Eröffnung der Sommerspiele in Tokio sein. Hauptsache, ich komme überhaupt an.“

Während Roberto Patrignani seinerzeit eine südliche Route durch die Türkei, Afghanistan, Iran, Syrien und Pakistan wählte, muss der 44-jährige Schulbusfahrer im Jahr 2021 aus geopolitischen Gründen weiter nördlich fahren. Er wird Deutschland Richtung Polen verlassen und ins Baltikum reisen. Ein großes Problem muss er dort noch lösen: Aufgrund der Corona-Pandemie hat er kein Visum für Russland bekommen. Doch Fabio Cofferati ist optimistisch: „Ich habe gehört, dass sich die Bestimmungen bald ändern sollen und werde gemeinsam mit der italienischen Botschaft in Riga hoffentlich etwas erreichen.“

In Landsberg hatte er allerdings zunächst ganz andere Probleme, denn sein Tachometer wollte nicht mehr. Befreundete Vespa-Fahrer halfen spontan und machten sein Gefährt wieder flott. 160 Kilo wiegt sein Roller mitsamt Gepäck und 23 PS sollen ihn schließlich durch die sibirische Einöde bringen. Für den verheirateten Vater zweier Kinder ist der Weg das Ziel und er weiß, dass er nur vage Pläne machen kann: „Selbst wenn ich es bis Tokio schaffe, weiß ich noch gar nicht, wie ich wieder zurückkomme. Vielleicht verkaufe ich den Roller an einen Sammler und fliege in die Heimat? Oder ich nehme die transsibirische Eisenbahn? Ich lasse alles auf mich zukommen.“

Bis zum Nordkap

Seine Gelassenheit ist durchaus begründet, denn Fabio Cofferati hat schon einige Reisen auf einem Zweirad hinter sich: Frankreich, Irland und England hat er bereits durchfahren. Im Sommer 2016 erreichte er nach 18 Tagen mit einer Vespa das Nordkap. Und während er vor der malerischen Kulisse des Bayertors einige Stunden der Entspannung genießt, sinniert er: „Ich wusste gar nicht, dass Landsberg so schön ist. Am liebsten würde ich ein paar Tage hierbleiben und die Stadt erkunden und kennenlernen. Nun habe ich bei meiner zweiten Station der Reise schon ein echtes Highlight gesehen. Was soll da noch kommen!?“

Fabio Cofferati lacht und schiebt seine Vespa über Nacht in eine Garage bei Freunden. Am nächsten Morgen geht es früh los. Tokio wartet. Wer Fabio Cofferati auf seinem Abenteuer begleiten möchte, kann das auf Facebook tun und den Channel „Ancora in Vespa da Milano a Tokyo“ abonnieren. Es dürfte spannend werden.

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