Vorbeugen und helfen – Brücke als neuer Anlaufpunkt für Jugendliche mit Problemen

Die Brücke Landsberg, ein Verein, der sich um Jugendliche mit problematischem Sozialverhalten kümmert, hat am vergangenen Mittwoch in der Vorderen Mühlgasse Einweihung gefeiert. Der erste soziale Trainingskurs startete gleich im Anschluss daran – mit zwei Jugendlichen im Gruppenraum.

Beim Rundgang durch die gerade fertig renovierten und eingerichteten Brücke-Räume erklärte der Psychologe Wolfgang Danner, dass in den zweistündigen Kursen vor allem die Kommunikation von Jugendlichen mit Problemen verbessert werden soll. Das eigene Verhalten selbst wahrzunehmen und zu analysieren, sei wichtiger Bestandteil der Arbeit. „Zum Beispiel durch Rollenspiele kann die Wahrnehmung geschärft werden“, weiß Danner. Gemischte Kurse Intensiv werden er und sein Kollege Franz Keimig, der unter anderem Kinder- und Jugendtherapeut ist, mit ihren „Klienten“ arbeiten: Dazu wird in Einzelgesprächen auch ein biografisches Interview geführt, durch das Danner und Keimig, den Jugendlichen und seine Probleme umfassend kennen lernen wollen. Ziel ist es, zu verhindern, dass weitere Straftaten begangen werden. Die Kursteilneh- mer arbeiten einmal pro Woche über drei Monate hinweg zusammen. An den Kursen werden straffällig gewordene Jugendliche aber auch solche teilnehmen, die bisher nur auffällig geworden sind. Es sollen „gemischte“ Kurse sein. Die Lage der „Brücke“ in Nähe des Landsberger Amtsgerichtes sei sehr günstig, sagte Vereinsvorsitzender Rob van der Vlies, der in der Jugendgerichtshilfe tätig ist. So könnten Jugendliche, die den Kurs als gerichtliche Auflage, zugewiesen bekommen, direkt nach der Verhandlung ohne Umweg hierher kommen. Van der Vlies ist die Zusammenarbeit mit Schulen und dem Jugendamt sehr wichtig, um präventiv tätig zu sein. So können Lehrer Jugendliche mit problematischem Sozialverhalten an die „Brücke“ vermitteln. Außerhalb der Vereinsräume laufen bereits Gewalt vorbeugende Maßnahmen: Zwei Mitarbeiterinnen geben Kurse zur Gewaltprävention unter anderem an Landsberger Hauptschulen. Eine andere Aufgabe, die der Verein übernimmt, ist die Organisation der Auflagen, die die straffällig gewordenen Jugendlichen erfüllen müssen. So teilt eine Brücke-Mitarbeiterin in gemeinnützige Hilfsdienste ein. Kontakt zur Brücke Landsberg: www.bruecke-landsberg.de.

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