Bäckerei Pfatischer in Unterdießen:

Wo Brot und Semmel klimaneutral gebacken werden

Bäckerei Pfatischer Unterdießen Pellet-Backofen
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Rundum zufrieden mit der Umstellung auf Pellet: Bäckermeister Werner Pfatischer (rechts) und sein Sohn Fernando in ihrer Backstube in Unterdießen.
  • Toni Schwaiger
    vonToni Schwaiger
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Unterdießen – Photovoltaik- und Solarthermieanlage sowie einen E-Transporter hatte er schon im Einsatz, doch das war Bäckermeister Werner Pfatischer nicht genug. Um seine Backwaren möglichst klimaneutral herstellen zu können, wollte der Unterdießener auch den Backofen austauschen, der mit Heizöl betrieben wurde. Ein Pellet-­Ofen sollte her. Doch das war nicht einfach. Denn was im Heizungsbereich schon selbstverständlich ist, ist es für Backstuben noch lange nicht.

Pfatischer wandte sich vor knapp drei Jahren im Rahmen der Energieberatung Mittelstand an die Landsberger Energieagentur (LENA). Für den analysierten Energiebedarf der Bäckerei und den Wunsch einer regenerativen Energieversorgung war zunächst keine technische Lösung zu finden, doch bei Energieberater Wolfgang Buttner war der Ehrgeiz geweckt. Auf der Backwarenmesse 2018 in München macht er sich auf die Suche nach einer Lösung und wurde am Ende eines langen Messetages tatsächlich fündig: der italienische Hersteller Polin stellte einen Stikkenofen auf Basis von Holzpellets aus, der die Unterdießener Anforderungen erfüllen konnte.

Mit dieser Vorauswahl kehrte Buttner zu Pfatischer zurück, der daraufhin mit seinen eigenen Teiglingen auf die Reise nach Verona ging – um Testbrote zu backen. Denn bei der Qualität der Backwerke sollten auf keinen Fall Abstriche gemacht werden.

Das Ergebnis war rundum überzeugend. Nachdem noch ein Importeur gefunden worden war, konnte im Januar 2021 endlich mit der Installation zweier neuer Öfen, darunter auch einem Etagenofen mit fast 16 Quadratmetern Backfläche begonnen werden. Gefördert wurde das Ganze mit hohen Zuschüssen aus verschiedenen Programmen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA.

Dank dem unermüdlichen Einsatz des LENA-Energieberaters und mit tatkräftiger Unterstützung der italienischen Experten ist nun in Unterdießen der deutschlandweit erste, nicht für Großbäcker gedachte, Holzpelletbackofen aus industrieller Fertigung im Einsatz und macht aus über 1.000 Kilogramm Teig pro Woche die beliebten Pfatischer-Brote, -Semmeln und -Brezen. Dabei werden durch den Ersatz von 18.000 Litern Heizöl pro Jahr nun rund 54 Tonnen oder 96 Prozent an CO2 gegenüber den alten Ölfeuerungen eingespart.

„Viele kleinere Bäckereien, bei denen vielleicht sowieso gerade eine Modernisierung der Öfen ansteht, können sich daran ein Beispiel nehmen, und so ihren eigenen Beitrag zur Energiewende leisten“, rät LENA-Vorsitzender Berthold Lesch.

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