Vorher-Nachher für fünf Schiffe

Rund 290000 Fahrgäste haben die MS Herrsching, Augsburg und die anderen Schiffe der Ammer- see-Flotte 2008 über den See transportiert. Damit sie dies auch weiterhin tun können, müssen die Schiffe überprüft und bei Bedarf ausgebessert werden. In Stegen wurde dazu ein Trockendock, eine Art Wartungshalle für Schiffe, gebaut. Eingeweiht worden ist die 2,4 Millionen Euro teure Anlage am Donnerstagnachmittag. Dazu traf Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer ein, der die Einweihung „einen wunderbaren Termin“ nannte, schließlich befinde er sich als „schwäbischer Staatssekretär auf oberbayerischem Grund“ und werde hernach, beim Gang auf das Motorschiff Augsburg, wieder nach Schwaben wechseln.

Den Wechsel der Landkreise vollzogen dagegen alle. Auch die weitere Politprominenz mit CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und dem CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel. Denn: Stegen gehört zum Landkreis Starnberg. Auf dem Schiff, also auf dem Wasser, befanden sich die Einweihungsgäste dagegen im Gebiet des Landkreises Landsberg. Im Trockendock mit verschiebbarer Wetterschutzhalle schwimmt zurzeit die MS Augsburg. Während der Sommersaison wird die Anlage geflutet und dient so als zusätzliches Hafenbecken und für die Lagerung des Schwimmtores. Die Hauptfunktion ist aber, im Winter die Schiffe auf dem Ammersee für die Saison auf dem Wasser vorzubereiten. Alle fünf Jahre steht für die Schiffe zusätzlich zur normalen TÜV-Untersuchung auch ein TÜV an Land an, der den Schiffsrumpf miteinbezieht. Für fünf Fahrgastschiffe wird das Trockendock so als Prüfstelle und Werkstatt dienen. Dazu wird das Schiff eingefahren und die Anlage leergepumpt – durch das Abpumpen des Wassers sinkt das Schiff auf die Pallen, sodass es im Trockenen begutachtet werden kann. Der Vorgang ist aufwendig und dauert mehrere Stunden. Die Anlage muss Einiges aushalten: zum Beispiel den 300 Tonnen schweren Raddampfer Herrsching. Neben der Überprüfung des Schiffes, können die Mitarbeiter der Schifffahrt dort Schäden am Rumpf und am Außenanstrich beheben. Für witterungsgeschütze Arbeiten wurde zudem eine verschiebbare Wetterschutzhalle errichtet. Froh über das Trockendock, das die bisherige Längs-Hellinganlage von 1892 ersetzt, ist besonders der Geschäftsführer der Bayerischen Seen-Schifffahrt, Walter Stürzl. Einfach sei das Bauvorhaben, „das sein musste“, aber nicht umzusetzen gewesen. Viele Naturschutzbestimmungen, wie etwa die FFH-Richtlinien, mussten beim Bau des Trockendocks beachtet werden. Stürz sprach auch die anderen Investitionen, unter anderem die Generalrenovierung der beiden Raddampfer, an und schwärmte von einem „tollen, vorzeigbaren Ort mit einer grandiosen Landschaft“. Bezahlt wurde der Neubau, der drei Jahre gedauert hat, allein von der Schifffahrt. "Wunderschönes Bayern" Lobende Wort für das Trockendock und sein sicheres Fundament mit einer 60 Zentimeter starken Unterbodenkonstruktion und einer Stahlbetonbodenplatte von 50 Zentimetern hatte auch Franz Josef Pschierer. Der Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium vermeldete die in den letzten zwei Jahren gestiegenen Fahrgastzahlen und bezeichnete sie als sehr gut trotz dem derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Überzeugt erklärte Pschierer: „Bayern ist wunderschön.“ Er forderte dazu auf, Werbung zu machen für die Region, damit der Tourismus so stark bliebe wie bisher.

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