Kirsch in Urlaub: Dießener Rathaus in der Hand der Freien Wähler

Rüsten für die Wahl?

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Die neue Vorstandschaft (v. links): Martin Brink, Miriam Schilp, Florian Zarbo und Tobias Hofmann.

Dießen – Bringt sich der vielleicht künftige Bürgermeister von Dießen in ­Stellung? Vor drei Monaten hat sich Florian Zarbo (23) den Freien Wählern angeschlossen und schon wurde er zum 2. Vorsitzenden der offenen Bürgerliste gewählt. Der dynamische junge Mann hat zweifellos Ambitionen, wie sein Umfeld munkelt.

Der Verwaltungsfachmann hätte die besten Voraussetzungen, 2020 für die Freien Wähler anzutreten. Er ist in Dießen geboren und hat im Dießener Rathaus seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert. Nach seiner Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt stieg er in den gehobenen Dienst auf und war fortan in der Kämmerei tätig. Der nächste Karrieresprung führte ihn in die Nachbargemeinde Utting, wo er die verantwortungsvolle Doppelfunktion als Geschäftsleiter und Kämmerer bekleidet. Als rechte Hand von Bürgermeister Josef Lutzenberger.

Martin Brink, der alte und neue Vorsitzende der Freien Wähler, findet die Diskussion um einen möglichen Bürgermeisterkandidaten noch verfrüht. "Wir haben in unseren Reihen mehrere exzellente Köpfe, die in Frage kommen." Wie zum Beispiel Frank Fastl, Gemeinderat und Mitglied im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuß sowie Referent für Neue Medien und Internet. Die Fraktion der Freien Wähler ist im Markgemeinderat außerdem mit Johann Vetterl, Thomas Hackl und Thomas Höring vertreten. Und sie stellt seit zehn Jahren den zweiten Bürgermeister Peter Fastl.

Der bekam bei der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler im "Unterbräu" viel Lob vom einstimmig wiedergewählten Vorsitzenden Martin Brink. Da Bürgermeister Herbert Kirsch derzeit neun Wochen Ferien macht um seine aufgelaufenen Urlaubstage zu nehmen, vertritt ihn Peter Fastl. Martin Brink dazu süffisant: "Zwei Wochen ist Herbert Kirsch bereits in seinem wohlverdienten Urlaub - und keiner hat es bisher gemerkt." Der Grund sei klar, weil das Rathaus fest in der "fürsorglichen und wissenden Hand" der Freien Wähler sei. Dass die Arbeit im Rathaus nahtlos weitergehe, beweise vor allem die Kompetenz der Freien Wähler und deren Manpower am Ratstisch. Gerade bei den derzeitigen Haushaltsberatungen zeigen sich Erfahrung und Sachverstand von Fastl und seinen FW-Mitstreitern. Brink versprach, dass die Freien Wähler auch in der 2020 beginnenden Nach-Kirsch-Ära in Dießen richtungsweisend Kommunalpolitik machen werden. Seit 1952 gibt es die Freien Wähler in Dießen. Bei den letzten Kommunalwahlen erhielten sie 19.621 Stimmen und fünf Sitze im Marktgemeinderat.

Die Vorstandswahl verlief unspektakulär. Martin Brink wurde in seinem Amt bestätigt und Florian Zarbo zu seinem Vize gewählt. Schriftführerin ist künftig Miriam Schilp und der bisherige zweite Vorsitzende Tobias Hofmann bekleidet jetzt das Amt des Kassenwarts. Beisitzer wurden Bernd Schielke, Hanjo Moll, Simone Cardinale, Michael Wegele, Franz Nebel und Robert Lotter.

Die Mandatsträger der Freien Wähler gaben einen kurzen Rück- und Ausblick auf ihre Tätigkeit im Marktgemeinderat mit Schwerpunkten wie Haushalt, Feuerwehr, Wohnungs- und Parkplatzbau, Kiosk, Tosbecken oder Gewerbe. Dabei wurde heftig über die geplanten temporären autofreien Sommerwochenenden in der Mühlstraße und am Untermüllerplatz diskutiert. "Die werden wohl in diesem Jahr nicht mehr getestet", wie Vize-Bürgermeister Fastl erläuterte. Die beauftragten Gutachten dazu und zu einem begleitenden Parkleitsystem seien noch nicht fertig.

Uschi Wacke, die Vorsitzende des Gewerbeverbandes, äußerte die Befürchtung, dass die Parkplatz- und Autogegner nach ihrer Unterschriftensammlung doch noch die Option eines Bürgerbegehrens ziehen. Das sei laut Peter Fastl ein Risiko, ein Damoklesschwert. Darum müsse man schnell Lösungen finden, die beide Seiten befriedigen. Fastl sehe ein, dass die Geschäftsinhaber und Gastronomen Parkplätze brauchen. "Sonst stirbt die Mühlstraße", wie Martin Brink auf seiner derzeitigen Plakataktion betont.

Dieter Roettig

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