A gscheit‘s Theater!

Kauferinger Kulturzelt mit Bananafishbones und "Da Huawa, da Meier und I"

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Sebastian Horn, Sänger der Bananafishbones, war „live“ bei der Pressekonferenz zum Kauferinger Kulturzelt dabei (links), Christian Maier von „Da Huawa, da Meier und I“ per Videoschaltung. Für Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler war der Termin mit Veranstalter Bernhard Schloemer (rechts) ein „Zuckerl“.

Kaufering – „Schon an meinem dritten Arbeitstag hat Bernhard Schloemer wegen dem Kulturzelt angeklopft!“ Kauferings neue Bürgermeisterin Bärbel Wagener-Bühler lacht. Schloemer neben ihr grinst. Das zweitägige Kulturzelt im September liegt dem Veranstalter eben am Herzen. Weshalb er zur Pressekonferenz die Vertreter der Topacts geladen hat: Sebastian Horn von den Bananafishbones und Christian Maier, der „Huawa“ von „Da Huawa, da Meier und I“.

Horn ist live dabei. Matthias Meier, der „Meier“ der niederbayerischen Musikkabarettisten, ist krank. Weshalb Meier und Maier nicht kommen konnten. Der „Huawa“ ist per Video zugeschaltet. „Mit Lieblingskaffeetasse“, scherzt er gutgelaunt. Auf seinem T-Shirt steht „Servus – Refugees Welcome“.

„Bei uns hat es einen Wechsel in der Vorstandschaft gegeben“, erzählt er: „ein neues I.“ Das ist Sepp Härlinger, der Siegi Mühlbauer im März abgelöst hat. „Wir sind schon ganz neugierig, wie‘s funktioniert.“ Das Trio spielt in Tracht und singt bayerisch. „Wir versuchen jetzt seit 18 Jahren, unsere Richtung zu finden“, antwortet Maier grinsend auf die Frage nach ihrem Stil: „A gscheits Theater!“ Ein bisschen konkreter wird‘s noch: „Unsere Texte sind politisch angehaucht, aber sehr unterhaltsam.“

Beim Auftritt im September zeigt die Truppe ihr aktuelles Programm „Zeit is a Matz!“: Musik, bayerisch und aus aller Welt, heimelig und krachern. Aber wie ein Stück, ein geschlossener Ablauf, zweieinhalb Stunden. Das Bierzelt ist ihre Heimat. Im „edlen Kabarett“ treffe er eh das Publikum, das mit ihm einer Meinung sei, sagt Maier. „Aber im Bierzelt sind genau die Leute, die unsere Texte hören sollen.“

Maier ist Fan der Bananafishbones, speziell von Horn: „Sebastian ist mit Herz und Seele Musiker.“ Und stehe voll hinter dem, was er tue, „halbscharig hat noch nie funktioniert“. Halbscharig, das komme von der halben Schere, die funktioniere ja auch nicht, wirft Horn grinsend ein: „Der Lehrer wieder“. Das sei ja eigentlich sein Beruf. „Ich bin Meister im Eselsbrücken bilden.“

Gerade haben seine zwei Jungs Prüfung, Horn fiebert aus der Ferne mit. Er kommt von einer Bandprobe, auf der sie die Songs für das neue Album gespielt haben: ein Jubiläumsalbum, das im Dezember erschienen soll. Denn die Band feiert ihr 30-Jähriges. Die Premiere der neuen Songs findet in Kaufering statt: „Ein Test, ob‘s funktioniert.“ Das Konzert im Kulturzelt werde aber eine Mischung aus neu und alt, „30 Jahre Bananafishbones“. Wie Horn selbst die Band beschreibt? „Wir sind eine unberechenbare Dreierkombi und spielen ohne Rücksicht auf Verluste.“

Neben sieben Studioalben und unzähligen Auftritten mit ihren country-angehauchten Songs machen sie auch Filmmusik: für „Wer früher stirbt ist länger tot“ oder die „Wilden Kerle“-Filme. Und Theatermusiker sind sie. Zum Beispiel beim Stück „Fahrenheit 451“ in der Schauburg München. Die zwei anderen Bandmitglieder sind Florian Rein an den Drums und Sebastians Bruder Peter Horn an der Gitarre – „Das ist nicht immer leicht“, frotzelt Horn. Der Auftritt beim Kulturzelt sei für die Band sowas wie Urlaub. Jeder Musiker ist solo unterwegs, „wenn wir zusammenspielen, ist das wie Feiern“.

Horn und Maier sind von Veranstalter Bernhard Schloemer begeistert: „Er setzt sich mit Herzblut für die Bands ein. Da passt alles“, sagt Horn. Schloemer hat auch heuer wieder darauf geachtet, sich vom Programm im Vorjahr abzusetzen. Auch ein abwechslungsreiches Programm ist ihm wichtig: „Man kann sich entscheiden, was man hören möchte. Oder beides mitnehmen.“

Die Idee, das Kulturzelt auf drei Tage auszudehnen, bestehe noch. Eine Idee, die auch Wagener-Bühler kennt: „Ich würde mich freuen, wenn‘s klappt.“ Am dritten Tag könnten Nachwuchsbands spielen, qualitativ gut, aber noch unbekannt. „Wenn du nicht ein bestimmtes Klischee erfüllst, ist es schwer, Auftritte zu bekommen“, weiß Maier. Auch Horn fände so eine Plattform wichtig. „Wir müssen erst noch ein richtiges Konzept entwickeln“, vertröstet Schloemer. Aber Bürgermeisterin und Veranstalter scheinen zuversichtlich zu sein.

Das Kauferinger Kulturzelt findet am 10. und 11. September (Montag und Dienstag) statt, wieder direkt im Anschluss an das Kauferinger Volksfest. Die Bananafishbones spielen am 10. um 20:30 Uhr, „Da Huawa, der Meier und I“ am 11. um 20 Uhr. Tickets gibt‘s beim KREISBOTEN in Landsberg. 

Susanne Greiner

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