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VR-Bank-Filiale in Stadl: Bekenntnis zur Region

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Von: Ulrike Osman

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Hebauf VR-Bank in Stadl
Bestes Wetter und beste Laune herrschten beim Hebauf der neuen VR-Bank-Filiale in Stadl, den Sigrun Doll, Franz-Georg Schluifelder, Martina Grunow, Anton Siefer, Andreas Wagner, Josef Spicker, Johann Forster, Josef Lindauer (verdeckt), Stefan Jörg, Margit Horner-Spindler, Albert Thurner und Martin Egger (von links) gemeinsam mit vielen Gästen feierten. © Osman

Stadl – Der Rohbau steht, auf dem Dachstuhl thront der Richtbaum, die weißblauen Bänder flattern im Wind. Mit dem traditionellen Hebauf hat die VR-Bank Landsberg-Ammersee den Baufortschritt ihrer neuen Filiale in Stadl gefeiert. Neben der Geschäftsstelle mit zwei Beratungszimmern entstehen hier auf einem Grundstück am Ortsrand sechs Wohnungen. Die regionale Genossenschaftsbank versteht den Neubau in einer Zeit, in der sich Banken allenthalben aus der Fläche zurückziehen, als Bekenntnis zur Region.

Neben den Vorständen Stefan Jörg und Martin Egger, dem Aufsichtsrat, Mitarbeitern, Mitgliedervertretern und den beteiligten Handwerksfirmen waren die stellvertretende Landrätin Margit Horner-Spindler und Bürgermeister Albert Thurner zur Baustelle gekommen, um dem Richtspruch von Zimmerer Martin Aumüller zu lauschen und auf das Bauwerk anzustoßen. Gründe zur Freude gab es viele. Das Projekt liegt im Zeitplan, wird bisher nicht von Lieferkettenproblemen beeinträchtigt und bleibt im Kostenrahmen.Jörg erinnerte daran, dass der Hebauf ein jahrhundertealter Brauch ist, der symbolisch den Abschluss der Maurer- und Zimmererarbeiten markiert – und der nur gefeiert werden darf, wenn alle bis dahin angefallenen Rechnungen bezahlt sind.

Tradition verwirklicht sich auch im Bauprojekt selbst. Genossenschaftsbanken seien ja einst von Bürgern als Geldinstitute für den „kleinen Mann“ und den Mittelstand gegründet worden. An diesem Grundprinzip, so Jörg, habe sich bis heute nichts geändert. Die VR-Bank sehe es deshalb als ihre Pflicht und ihren Auftrag an, in der Fläche präsent zu sein. In Stadl ist sie das seit 2018, als in einem Container eine Kleinstfiliale die Arbeit aufnahm. Das Modul wird im Ort mittlerweile liebevoll als „Schachtelbank“ bezeichnet – und so gut angenommen, dass es zu klein geworden ist.

Vorausgegangen war die Schließung der örtlichen Filiale einer anderen VR-Bank, was zu massiven Bürgerprotesten geführt hatte, wie Thurner erinnerte. „Die Leute sind mir die Bude eingerannt.“ Man wollte wieder eine Bank mit Schalterbetrieb im Ort haben. Er selbst sei zwar vor seiner ersten „zarten Anfrage“ bei der VR-Bank Landsberg-Ammersee eher pessimistisch gewesen, so Thurner. „Aber ich bekam sofort eine positive Rückmeldung.“ Nun sei eine klassische Win-Win-Situation entstanden, von der die örtliche Bevölkerung, die Gemeinde und die Bank gleichermaßen profitieren. Horner-Spindler überbrachte die besten Wünsche des Landkreises. Auch sie würdigte den Ansatz der VR-Bank, „von Angesicht zu Angesicht“ für die Kunden da zu sein. „Vielen Dank für die Entscheidung, hier zu investieren.“

Die Gemeinde tat das Ihre für das Projekt, indem sie der Bank das passende Grundstück verkaufte und für eine zügige Bearbeitung des Bauantrags sorgte. Das Haus wird energieeffizient nach KfW-55-Standard errichtet. Eine Dach-PV-Anlage sorgt für die Stromversorgung, geheizt werde via Luft-Wärme-Pumpe. Auf Wunsch der Kunden werden neben Beratungsräumen und SB-Bereich 92 Schließfächer eingebaut.

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