VR-Bank Landsberg-Ammersee

Am Landsberger Hauptplatz angekommen

VR-Bank Landsberg-Ammersee - neuer Standort Hauptplatz Landsberg
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Das Blau der Fassade passt bereits: Die VR Bank Landsberg-Ammersee expandiert weiter und ist neuer Eigentümer des Anwesens zwischen Bonita und Dillinger am Hauptplatz.
  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Landkreis – „Jetzt sind wir vorn“, lautete vor Jahren ein Slogan der VR-Bank Landsberg-Ammersee. Die Genossenschaftsbank war damals von ihrem versteckten Standort in der Landsberger Raiff­eisen-Passage direkt an die Ludwigstraße gezogen, wo sie einen Komplex aus drei historischen Gebäuden bezog. Weil inzwischen auch dieser Standort aus allen Nähten platzt, steht nun der nächste Coup an. Die VR-Bank geht noch weiter nach vorn und eröffnet eine zusätzliche Präsenz direkt am Hauptplatz.

Die Bank hat das Gebäude der einstigen Malteserapotheke gekauft und will einen kompletten Geschäftsbereich hier unterbringen. Welcher das sein wird, kann Vorstandsvorsitzender Stefan Jörg noch nicht abschließend sagen. Man überlege derzeit gemeinsam mit den Planern, wie viele Arbeitsplätze sich in den ehemaligen Apotheken-Räumlichkeiten unterbringen ließen. Nur so viel verrät Jörg bereits: „Wir werden dort ein bisserl klotzen.“

Der neue Standort soll keine Verwaltungseinheit beherbergen, sondern „Mitarbeiter, die am Kunden sind“. Es sei der Bank neben der größeren Sichtbarkeit auch darum zu tun, ihren Beitrag zu einer lebendigen Innenstadt zu leisten. „Wir wollen die Fußläufigkeit in Landsberg verstärken und der Konkurrenz zeigen, dass mit Schließungen nichts erreicht ist.“ Jörg macht keinen Hehl daraus, dass hier ein weiteres „Highlight in unserer Geschichte“ gelungen sei. Die Mieter, die noch im Gebäude sind, müssen sich aber keine Sorgen machen, so der Vorstandsvorsitzende – sie können bleiben.

Die Tage des VR-Bank-Containers in Pflugdorf sind gezählt. An sein Stelle rückt ein Wohn- und Geschäftshaus mit Bankfiliale.

Ihren Immobilienbesitz baut die VR-Bank indes nicht nur in Landsberg aus. Im gesamten Landkreis finden sich Wohn- und Geschäftshäuser, die die Genossenschaftsbank in den letzten Jahren errichtet hat, gerade baut oder in naher Zukunft plant. Im Herbst 2020 wurde das neue VR-Bank-Haus in Utting eröffnet, wenn auch coro­na­bedingt ohne Feier. Hier sind neben der Bankgeschäftsstelle eine Bäckerei samt Café, eine weitere Gewerbeeinheit und sieben Wohnungen entstanden. „Sehr gut gelungen“ findet Jörgs Vorstandskollege Martin Egger das komplett barrierefreie neue Gebäude mit Tiefgarage, das nebenbei auch „ein klares Bekenntnis zum Standort“ (Jörg) ist. Sowohl bei den ausführenden Betrieben als auch bei der Vermietung der Gewerbeeinheiten habe man sich am Prinzip der Regionalität orientiert. Die Bäckerei ist kein Filia­list, sondern gehört zu einem Fami­lien­betrieb aus Pähl.

Gebaut wurde auch in Schondorf. Das Nachbargebäude der dortigen VR-Bank-Filiale wurde bis aufs Erdgeschoss abgerissen und erhielt ein neues erstes Stockwerk mit wiederum sieben Wohnungen. Das nächste Bauprojekt steht in Schwabhausen an. Auf einem Grundstück gegenüber der VR-Bank-Geschäftsstelle entsteht ein reines Wohngebäude mit 16 Einheiten, während die Geschäftsstelle samt Lagerhaus vorläufig unverändert bleiben.

Und in Pflugdorf-Stadl soll das Dasein im Container bald ein Ende haben. Der Standort, den die VR-Bank vor fünf Jahren unter der Voraussetzung eröffnete, dass mindestens 100 Kunden die Bankdienstleistungen in Anspruch nehmen würden, hat sich bewährt. Fast 500 Kunden sind es laut Martin Egger mittlerweile – genug, um eine feste Niederlassung zu errichten. Passieren soll das auf einem Grundstück an der St.-Leon­hard-Straße, das die Gemeinde der VR-Bank verkauft – der Notartermin steht bereits. Hier sollen nach bewährtem Rezept ein Neubau mit Bankfiliale und fünf Wohnungen errichtet werden. Dass sämtlicher neugeschaffene Wohnraum innerhalb kürzester Zeit vermarktet ist, ist angesichts des angespannten Mietmarkts in der Region keine Überraschung. Bewusst werden die Wohnungen nicht im oberen Preissegment angesiedelt, sondern nach „normalem Standard“ (Egger) errichtet, um für den Durchschnittsverdiener erschwinglich zu sein.

Für die Genossenschaftsbank ist die Aktivität im Immobilienbereich auch ein Ausweg aus dem seit Jahren anhaltenden Dilemma, das der Bankensektor nicht mehr von seinem Kernge­schäft leben kann. Um zu begreifen, dass man mit Negativ­zinsen auf Dauer nicht überlebensfähig sei, müsse man kein Kaufmann sein, so Jörg trocken.

Sein Haus verstärkt deshalb das Engagement auch in anderen Bereichen, namentlich der Immobilienvermittlung und dem Versicherungsgeschäft. Noch sei es im öffentlichen Bewusstsein zu wenig angekommen, „dass wir die drei Marktführer unter den Versicherern im Portfolio haben“. Mit der neu geschaffenen Marke VR-VersicherungsZentrum soll das anders werden. Dazu gehören laut Jörg auch vergünstigte Tarife für die Mitglieder der Genossenschaftsbank.

Stärker aufstellen werde sich auch das VR-ImmoZentrum. Neben der Vermittlung von Verkäufen will man künftig alle Anliegen rund um das Thema Immobilie bearbeiten – bis hin zur Empfehlung von Handwerksbetrieben für Sanierungsarbeiten. „Der Kunde soll mit jeder Frage zu uns kommen können“, so der Vorstand der VR-Bank Landsberg-Ammersee.

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