Wälder machen Fortschritte

Entspannung, aber noch keine Entwarnung. Das ist das Fazit des diesjährigen Verbissgutachtens für den Landkreis Landsberg, das Forstamtsdirektor Hans-Jürgen Gulder mit Revierförster Andreas Brehm vergangene Woche vorgestellt hat. Demnach stimmt der Zustand der Wälder im Landkreis und vor allem das Voranschreiten des notwendigen Waldumbaus teilweise durchaus zuversichtlich. „Es gibt Fettaugen“, so Gulder, „aber es gibt auch noch die trübe Brühe.“

Eines der „Fettaugen“ hatten sich die Behördenvertreter für die öffentliche Vorstellung des Verbissgutachtens ausgesucht: einen 70 Hektar großen Privatwald bei Schöffelding, in dem die Naturverjüngung gelingt und ein gutes Zusammenspiel zwischen Jagd und professioneller Beförsterung stattfindet. Neben Fichten wachsen hier die Baumarten Buche, Bergahorn und Esche, „eine relativ gute Durchmischung“, so Brehm. Der Wildbestand werde so gehalten, dass junge Bäume ohne Zäune nachwachsen können. Akzeptables Niveau Im gesamten Landkreis liegt der Anteil verbissener Fichten bei drei bis sieben Prozent, „ein akzeptables Niveau“, so Gulder. Bei der Buche sind drei bis zwölf Prozent der Bäume betroffen. „Ein erfreuliches Ergebnis, das ganz wesentlich auf den großen Jagdeinsatz in den kommunalen und staatlichen Wäldern zurückzuführen ist.“ Anders sieht es hingegen bei den übrigen Laubbaumarten, vor allem den Edellaubbäumen Ahorn, Linde, Esche und Kirsche, aus. Neun bis 23 Prozent sind verbissen. Immerhin: Im Vergleich zu den frühen 90er Jahren sei eine Tendenz zu günstigeren Werten unübersehbar. Sechs Hegegemeinschaften gibt es im Landkreis Landsberg, von denen drei den Förstern zufolge in gutem Zustand sind: das südliche Paartal, der Bereich Windach und das Gebiet zwischen Issing und Rott, Finning und dem Lech. Ungünstiger ist die Lage im Dießener Wald, in der Region um Fuchstal und vor allem im Lechfeld mit seinen schlechten Böden, geringen Wald- und zu hohen Rehwildbeständen. „Hier tun sich die Waldbesitzer mit dem Umbau schwer“, so Gulder. Deshalb müssten die Abschusszahlen erhöht werden. Statt Vorgaben zu machen, setzen die Behörden zunehmend auf den Dialog mit Waldbesitzern und Jägern. Wer die Beratungen in Anspruch nehme und Hilfe beim Waldumbau suche, der bekomme sie, erklärt der Forstamtsdirektor. „Wer nicht will, den kann man nicht zwingen.“

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