Ein Wahl-Geschenk – B17neu am 17. September fertig

Am 17. September ist es soweit: Die komplette B17neu wird offiziell für den Verkehr freigegeben. Ursprünglich war dieser Termin erst für den Spät-herbst erwartet worden. Dass das Datum nun ausgerechnet auf einen 17. fällt sei vermutlich Zufall, meint Andreas Wiedemann vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Kein Zufall aber ist der Termin der Freigabe dieses für die Region und ihre Bevölkerung so bedeutenden Straßenbauwerks: Der feierliche Akt findet exakt zehn Tage vor der Bundestagswahl am 27. September statt.

„Wir hoffen, dass wir bis dahin mit allem fertig sind“, sagt Bauleiter Wiedemann. Gerüchte, die Verkehrsfreigabe solle noch vor den Sommerferien erfolgen, bezeichnet er als „falsch“. Noch ist Etliches zu tun: Fertiggestellt werden müssen der dreistreifige Ausbau im Süden, der Anschluss an die Umfahrung Klosterlechfeld sowie bei Hurlach der Anschluss an die B17alt, außerdem die Straßenbrücken bei Friedheim und nahe der Welfenkaserne sowie zwei Eisenbahnbrücken. Anschließend müsse die komplette Strecke mit der obersten Asphaltschicht versehen werden. Weiterhin fehlt noch die Straßenausstattung mit Schutzplanken, Markierungen und Beschilderung. „Der Einbau der Schutzplanken wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Wiedemann. Hier gelten neuerdings strengere Vorschriften, was die Durchbruchsicherheit der Mittelstreifentrennung betrifft. Die Arbeiten beginnen in den nächsten Tagen und sollen etwa drei Monate in Anspruch nehmen. Insgesamt sind die Verantwortlichen optimistisch. Wiedemann: „Ich sehe keinen Grund, warum wir das nicht schaffen sollten.“ Wenn die ersten Fahrzeuge am 17. September über die B17neu rollen, sind seit dem ersten Spatenstich gute vier Jahre vergangen. Im Juni ’05 begannen westlich von Landsberg die Arbeiten am Verteilerkreisel, der künftigen Anschlussstelle zur A96. Zu verdanken war dies nicht zuletzt der vorzeitigen Mittelbereitstellung durch die Stadt Landsberg. Sie trägt auf Beschluss des Stadtrates die Mehrkosten für die Tieferlegung der B17neu südlich der Autobahn – rund 2,5 Millionen Euro. Die neue B17 ist gut 15 Kilometer lang und soll die Leistungsfähigkeit der überregionalen Nord-Süd-Verbindung zwischen der A8 und der A96 erhöhen. Sie stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Allgäu und dem Großraum Augsburg sowie zwischen Landsberg und Augsburg dar und nicht zuletzt auch zur Ost-West-Achse München-Lindau. Darüber hinaus sollen die Ortsdurchfahrten von Landsberg und Kaufering endlich vom überörtlichen Durchgangsverkehr entlastet werden. Hier sprechen die Zahlen für sich: 2005 rollten knapp 21000 Fahrzeuge täglich auf der bestehenden B17 durch Landsberg und rund 23000 durch Kaufering. Auf der B17neu werden nach Angaben des Staatlichen Bauamts im Jahr 2015 täglich rund 21000 Fahrzeuge nördlich der A96 unterwegs sein, und im Süden der Autobahn rechnen die Planer mit 13000 Fahrzeugen pro Tag. Die Unfallschwerpunkte, die sich durch die bisherige Überlastung der Gesamtstrecke und die höhengleichen Knotenpunkte ergaben, sollen durch den Neubau beseitigt werden. Was die Kosten für das Gesamtprojekt betrifft, so dürften sie im Rahmen der ursprünglichen Schätzung von 70 Millionen Euro bleiben. Die Endabrechnung wird allerdings erst vorliegen, wenn sämtliche Arbeiten abgeschlossen sind.

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