Mehr Bürger an den Wahlurnen

Ein schwarz-grüner Landkreis

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Am Sonntag gingen im Landkreis Landsberg über 20 Prozent mehr Wähler als 2014 an die Urnen.

Landkreis – Die wohl beste Nachricht zur Europawahl im Landkreis zuerst: Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur Wahl 2014 auf 66,5 Prozent gestiegen. Damit haben die wahlfreudigen Landkreisbewohner sich um 22,8 Prozent gesteigert. Besonders herbe Verluste muss die SPD verkraften: Sie erzielte mit lediglich 7,2 Prozent ein Minus von über neun Prozent – und rutscht hinter die AfD mit 7,3 Prozent. Freie Wähler legen leicht zu, ebenso die FDP. Insgesamt zeichnen die Ergebnisse im Landkreis mit leichten schwarz-grünen Verzerrungen die Ergebnisse auf Bayernebene nach.

Die CSU kann auch im Landkreis ein gutes Ergebnis verbuchen – wenn auch leicht unter dem in ganz Bayern, wo sie 40,7 Prozent erreichte. Die SPD bekam im Landkreis zwei Prozentpunkte weniger als in ganz Bayern (9,3 Prozent), die Grünen holten knapp fünf Prozent mehr als im ganzen Freistaat (19,1). Die Prozente für die AfD liegen im Landkreis um gut einen Punkt unter dem Bayerndurchschnitt (8,5 Prozent).

Die CSU (38,51 Prozent) kann sich freuen - selbst wenn sie im Vergleich zur Wahl von 2014 im Landkreis ein Prozent verloren hat: Aber sie musste keine Gemeinde an ihre Verfolger, die Grünen, abgeben. Am schwärzesten stimmte die Gemeinde Prittriching: Dort erreichte die CSU die frühere Normalmarke 50 plus X – mit 50,15 Prozent. Dicht gefolgt von Reichling mit 49,4 Prozent und Apfeldorf mit knapp 49 Prozent. Am wenigsten kam die CSU in Windach an: mit nur 32,6 Prozent.

Vor allem aber knallten die Sektkorken bei den Grünen: Im Vergleich zu 2014 verbuchen sie ein sattes Plus von acht Prozent im Landkreis. Knapp über oder knapp unter 30 Prozent der Stimmen erhielten sie in ihren Ammersee-Hochburgen Utting, Schondorf und Dießen. Passend zum Wahlergebnis der CSU schlossen die Grünen in Prittriching mit 12,9 Prozent am Schlechtesten ab.

Die SPD (7,24 Prozent) bleibt einstellig – und das im gesamten Landkreis. Ihr bestes Ergebnis erzielte die SPD  in Dießen – aber auch hier waren es nur 8,7 Prozent. Insgesamt schloss sie zwar besser ab als bei der Landtagswahl. Aber auch in ehemaligen Vorzugsgemeinden wie Stadt Landsberg oder Kaufering konnte die Partei nicht überzeugen.

Womit sie zwar nur knapp (eine Differenz von 0,03 Prozent) aber dennoch hinter die AfD (7,27 Prozent) rückt, die damit drittstärkste Partei im Landkreis ist. Auch wenn sie im Vergleich zur Europawahl 2014 knapp ein Prozent verloren hat. In Hurlach und Denklingen kam sie mit 11,6 beziehungsweise 11,4 Prozent in den zweistelligen Bereich. Wobei sie in Kinsau nur 1,4 Prozentpunkte erreichte.

Ein Plus von 2,2 Prozent erhielten die kleineren, nicht im Landtag vertretenen Parteien. Womit der Landkreis auch hier dem bundesweiten Trend folgt. Darunter beispielsweise die Tierschutzpartei oder auch die Partei „Die Partei“ mit Martin Sonneborn – die in Berlin sogar die FDP überholte und nun mit drei Sitzen ins Europaparlament einziehen wird.

Dass die CSU in Bayern so gut abschneiden konnte, liegt mit am „Weber-Effekt“: MIt Spitzendkandidat Manfred Weber konnte die Partei sogar ihr Ergebnis der letzten Europawahl toppen.

Susanne Greiner

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