Kein Hähnchen, kein Plakat

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Dann wohl lieber doch das Hähnchen…

Kaufering – Alle hatten es gut gemeint. Die Ratsmitglieder der Marktgemeinde beschlossen jüngst, dem Wildwuchs bei der Wahlkampfplakatierung ein Ende zu setzen und nur noch auf gemeinsamen und ausgewiesenen Stellflächen Wahlplakate zu kleben. Die Vereinbarung wurde an die Parteivorsitzenden verschickt – soweit so gut, doch jetzt gab’s Ärger.

Heftige Kritik kam in Form einer Pressemitteilung von der „Kauferinger Mitte“. Deren Vorsitzender, Dr. Klaus Bühler, meldete sich zu Wort und merkte, dass es sich bei den von der Gemeinde aufzustellenden sieben Stelltafeln um eine „versteckte Hilfe für den Wahlkampf aus Steuergeldern“ handle. Da mache die Kauferinger Mitte nicht mit, schrieb Bühler. Die Kosten für diese „Wahlkampfhilfe“ bezifferte er auf 30000 Euro, wie der KREISBOTE in seiner letzten Ausgabe berichtete.

„Nicht 30000 sondern nur 3000 Euro kosten die Tafeln einschließlich der Aufstellung durch den Bauhof“, korrigierte Bürgermeister Erich Püttner seinen Amtsvorgänger öffentlich auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Kauferings 2. Bürgermeister Norbert Sepp, der bekanntlich zur „Kauferinger Mitte“ wechseln will, kritisierte, dass der Finanzausschuss bei den Hähnchen für die Rentner beim Volksfest und bei den Zuschüssen zur Musikschule sparen will, aber die Wahlkampf­- kosten auf die Gemeinde abwälzen wolle.

Manfred Nieß, 3. Bürgermeister und CSU-Mitglied, gab seinem Kollegen recht und meinte, dass jede Gruppierung ihre Wahlkampfkosten selbst tragen solle. „Unser Ziel war es nicht, Wahlkampfkosten auf die Gemeinde abzuwälzen“, betonte CSU-Fraktionschef Meinrad Mayrock. Vielmehr habe man die wilde Plakatierung verhindern wollen. Auch Mayrock sprach sich für eine Umlegung der Kosten auf die Parteien aus. Für Professor Dr. Michael Kortstock (UBV) ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Kosten nicht auf die Gemeinde abgewälzt werden können.

Insgesamt herrschte Konsens über das Thema bei allen Fraktionen. Rathauschef Erich Püttner will nun die Einzelheiten der Umlage mit allen Vorsitzenden der Parteien und Gruppierungen abklären.

Siegfried Spörer

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