Wald mit "Mehrklang" – Positiver Waldzustandsbericht, Ziel sind Wälder mit vielen Baumarten

Dem Wald im Landkreis geht es besser, Grund zur Entwarnung gibt es trotzdem nicht - so das Fazit des jüngst veröffentlichten Waldzustandberichts. Dies gilt sowohl für Bayern als auch für den Landkreis. Zwar war die Witterung im zuende gehenden Jahr für den Wald förderlich, doch werden im Zuge des Klimawandels Jahre wie dieses zunehmend die Ausnahme sein. „Um auch künftig noch eine einigermaßen planbare Waldwirtschaft betreiben zu können, müssen wir einen Mehrklang in den Wald bringen und das Risiko streuen“, erklärt Hans-Jürgen Gulder, Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Fürstenfeldbruck.

Die Buche hat sich inzwischen von den Auswirkungen des extrem heißen und trockenen Sommers 2003 erholt, die Fichte dagegen noch lange nicht. Gulder rät denn auch mit Nachdruck zum Waldumbau. Reine Fichte bedeute ein untragbares Risiko, denn ihr setzen Trockenheit, ansteigende Durchschnittstemperaturen, Borkenkäfer und Stürme am meisten zu. Die Buche dagegen ist den Herausforderungen des Klimawandels am besten gewachsen, ebenso andere Mischbaumarten wie Ahorn und Esche. Das Waldgebiet "Am Buchet" zwischen Türkenfeld und Beuern ist für Gulder und den für den nordöstlichen Landkreis zuständigen Beratungsförster Andreas Brem ein Paradebeispiel für einen krisen- sicheren Wald. „Das hier ist ein Fettauge. Solche Wälder bräuchten wir mehr“, so Gulder beim Ortstermin unter verschneiten Bäumen. Gut aufgestellt sei auch der Landsberger Stadtwald. „Aber dann gibt es auch Katastrophenwälder mit Fichtenreinbeständen, für die es schon fünf nach zwölf ist." Ein ertragreicher Mischwald – mit Fichte, Tanne und Buche als Hauptbaumarten und dazu Eschen, Linden und Ahorn – sei wie ein Warenlager für die verschiedensten Nutzungen. Er liefere Wertholz für Möbel, Bauholz, Energie- und Brennholz, und es gebe immer eine Baumart, die mit dem gerade aktuellen Wetter am wenigsten Probleme hat. Gleichzeitig erfüllt ein solcher Wald zuverlässig wichtige Funktionen für das Gemeinwohl, wie Trinkwasser-, Erosions- und Sturmschutz. Damit die Naturverjüngung der Wälder ohne teure Einzäunungen gelingen kann, fordert Gulder außerdem eine Jagdwende, also höhere Abschusszahlen, um die Verbissschäden in erträglichen Grenzen zu halten. Appell an die Jäger "Wir appellieren an die Jäger, den Waldbesitzern zu helfen. Wir haben nicht mehr viel Zeit, klimastabile Mischwälder aufzubauen." Seit einem Jahr ist Beratungsförster Andreas Brem Ansprechpartner für die Privatwald- besitzer im Revier Geltendorf, das von Prittriching bis Windach und im Westen bis Weil und Penzing reicht. Seit kurzem verfügt er über ein eigenes Büro in Geltendorf (Am Schlagberg 28, unter Telefonnummer 08193/9906251 oder 0173/8903233), wo er montags von 8 bis 10.30 Uhr, donnerstags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung anzutreffen ist. Diese Beratung ist für Waldbesitzer kostenlos.

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