Ein Waldbegang, der "einmalig" ist

Waldbegehung im Fuchstaler Forst

+
Im Staatlichen Jagdbogen Leeder I: Förster Michael Lang und Robert Schendel (links) von den Bayerischen Staatsforsten erläutern den Waldzustand im Fuchstal.

Fuchstal – Als „ziemlich einmalig“ im Landkreis hat Förster Michael Klein die Waldbegehung beschrieben, die neulich im Fuchstal stattfand. Die Worte münzte er auf die Zusam­men­setzung der Teilnehmer. Erstmals machten sich Gemeinderäte, Jagdgenossen, Jäger und Förster an ausgewählten Stellen in den Revie­ren Leeder I, Welden und Leeder II ein Bild vom Zustand des Waldes im Staatsforst. Alle drei gehören zur Hegegemeinschaft Fuchstal, die mit 13.800 Hektar flächenmäßig die größte unter allen sechs im Landkreis Landsberg ist; sie reicht von Ellighofen bis Kinsau.

„Es ist besser geworden beim Verbiss – und das in relativ kurzer Zeit“, zog Michael Lang am Schluss der Begehung ein Resümee. Teilweise sei man schon am Ziel, teilweise stünde man noch davor, gab der 30-Jährige zu verstehen, der seit 2017 beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für das Forstrevier Lech und damit im Landkreis grob für das Gebiet westlich des Flusses zuständig ist.

„Wenn man die verschiedenen Altersstufen anschaut, dann hat sich was getan.“ Das bekundete Bernhard Rauch; er kommt aus Ludenhausen und ist Leiter der Hegegemeinschaft Fuchstal. Robert Schendel von den Bayerischen Staatsforsten – er ist seit 2007 im nördlichen Sach­sen­rieder Forst im Einsatz und hat sein Büro in Dienhausen – mahnte freilich zum konsequenten Dranbleiben: „Wir werden nicht müde, den Finger reinzulegen, wenn sich Wunden auftun.“

51 Wildschweine

Otto Prinzing von der Jagdgenossenschaft Leeder stellte beim Halt an der dritten Station fest: „In diesem Bogen (Leeder II) sind wir auf dem Stand, den wir uns vorstellen.“ Prinzing berichtete, dass von April 2017 bis Ende März 2018 in den Revieren Leeder I und Welden reichlich Wildschweine erlegt wurden: 51 Stück. Ein junges Tier, das sich absetzte, wurde im benachbarten Bogen Leeder II geschossen.

Die Untere Jagdbehörde im Landrats­amt legt auf zwei Aspekte ein Augenmerk. Zum einen sei es der Zustand des Wildes. Und zum anderen ginge es um die Waldverjüngung, wie Förster Michael Lang anmerkte. Er habe in den vergangenen eineinhalb Jahren beobachtet, dass sich die Situation von Jagdrevier zu Jagdrevier „total unterschiedlich“ darstellen könne.

Die Stationen bei der Fuchstaler Waldbegehung waren im Revier Leeder I (Jagdpächter ist dort Markus Kotz aus Landsberg), das Revier Welden (Pächter Thomas Vogel aus Osterzell) und Leeder II ( (Maxim Waldmann aus Oberdießen). In einem Fall wurde Verbisschaden aufgezeigt. Jäger Markus Kotz betonte, er sei selbst darüber sehr unglücklich und wolle an der Situation was verändern.

Förster Lang meinte, es seien weniger die aktuellen Abschuss­zahlen relevant. Entscheidend sei vielmehr, in das Vegetationsgutachten reinzuschauen, das eine gute Chronologie zu Veränderungen und zum Verbiss darstelle. Es sei die Grundlage für die Abschussempfehlung der Jagdbehörde.

Klimaveränderung

Lang betonte die „enorme Bedeutung“ des Waldes, um die Klimaveränderung abzumildern. Zu bedenken sei, dass es innerhalb der letzten 20 Jahre immerhin fünf Jahrhundertstürme gegeben habe. Jede Freifläche innerhalb des Waldes sei mit Blick auf die Angriffsfläche schwerer Stürme „Gift“.

Noch wenig heimisch ist die Tanne, die Lang gar als „Edelpraline“ bezeichnete. Jagdvorsteher Otto Prinzing, der seit sechs Jahren in Leeder den Verbund mit 370 Jagdgenossen führt, verweist gegenüber dem KREISBOTEN darauf, dass die Tanne nur ein Prozent des Baumbestandes ausmache.

Josef Weber, Waldreferent der Gemeinde Fuchstal, schilderte schließlich, dass im vergangenen Jahr der Einschlag reduziert worden sei. Aus dem Gemeindewald, der 130 Hektar umfasst, seien 673 Festmeter entnommen worden. Die Preise seien „nicht überragend“, kommentierte er. Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

"Ich wär' so gern Thomas Müller!"
"Ich wär' so gern Thomas Müller!"
The Wombats und Lili Tralala rocken die Kaltenberger Arena
The Wombats und Lili Tralala rocken die Kaltenberger Arena
landsbergblog zieht zum KREISBOTEN um
landsbergblog zieht zum KREISBOTEN um
Der Amtsschimmel lässt das Wiehern auf der Bienenweide
Der Amtsschimmel lässt das Wiehern auf der Bienenweide

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.