Der neue Friedhof ist fertig

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Architekt Klaus Kehrbaum erläutert den Feiergästen in der neuen Aussegnungshalle des Landsberger Waldfriedhofes, wie er die Neu- und Umbauten zu einem Gesamtensemble zusammengeführt hat.

Landsberg – Idyllisch gelegen war er schon immer, der Waldfriedhof. Doch Gebäude und Infrastruktur waren in die Jahre gekommen, Funktionalität und Optik nicht mehr zeitgemäß. Ihre dunkelsten Stunden mussten die Trauernden in dunklen Räumen verbringen. Das musste anders werden.

Deshalb beschloss der Stadtrat 2006 eine Neugestaltung und Renovierung des Friedhofes, die sich über sechs Jahre erstrecken sollte. Zwei Millionen Euro waren dafür vorgesehen, weitere 500000 Euro kamen für die Gestaltung der Außenanlagen und der Wege dazu.

Am Wochenende wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst der Abschluss der Bauarbeiten gefeiert. Klaus Kehr­baum, der als Architekt für die Neugestaltung verantwortlich zeichnete, erläuterte den geladenen Gästen, unter ihnen auch Oberbürgermeister Mathias Neuner, nach dem Gottesdienst seine Ideen und die Philosophie, wie er die Neu- und Umbauten zu einem Gesamtensemble zusammengeführt habe.

Größtes und vorletztes Projekt war ab Mai 2012 der Umbau der Aussegnungshalle. Der Ort der Ruhe war ein halbes Jahr durch den Baulärm beeinträchtigt, doch schon im November vergangenen Jahres konnte die Halle fertiggestellt werden. Den Abschluss der langjährigen Sanierungsmaßnahmen bildete nun die Neugestaltung des Vorplatzes und der Wege.

Das Licht spielt eine zentrale Rolle im Gesamtkonzept der Aussegnungshalle und dem Innenhof. Im Gegensatz zu früher scheint das Tageslicht heute von vorne in die Halle. „Es war ein Bruch mit der früheren Philosophie“, sagt der Architekt. Auch die Funktionalität des Gebäudes wurde stark verändert. Eine neue Offenheit der Räume, ohne dass die Intimität der Trauernden gestört wird, prägt den neuen Waldfriedhof. „Wir haben zum Beispiel lange diskutiert, ob man den hochemotionalen Aufbahrungsraum für die Verabschiedung am offenen Sarg mit einer Tür versehen sollen, sind aber davon abgekommen“, erzählt Kehrbaum.

Durch die Planung des Ausflugsrestaurants „Teufelsküche“ in Pitzling sei man auf das Architekturbüro Kehrbaum aufmerksam geworden, blickt Bür­germeister Norbert Kreutzer zurück. Vorteilhaft war, dass sich Kehrbaum bereits in München Riem mit Friedhofsplanung beschäftigt habe. Die Kompetenz des Architekturbüros Kehrbaum bestätigte auch Stadtbaumeisterin Annegret Michler, die vom Referenzprojekt in Riem angetan war. Sie ist stolz auf den „neuen“ Waldfriedhof. „Er ermöglicht einen zeitgemäßen Umgang mit dem Thema Tod und Trauer“, sagte sie. Wie trist der Waldfriedhof vor seiner Sanierung auf Besucher und Trauernde gewirkt hat, kann man auf Fotos im Foyer sehen.

Begonnen hatten die Arbeiten im Jahre 2007. Nach dem Beschluss des Stadtrates war die alte Leichenhalle abgerissen und der Personaltrakt entkernt worden. 2009 war die Halle für die Friedhofsgerätschaften, die Maschinenhalle, an der Reihe. Der Personaltrakt, die Leichenhalle und der Kühlraum wurden 2011 wieder in Betrieb genommen. Den Abschluss der Arbeiten bildeten schließlich die Umgestaltung der Aussegnungshalle und die Gestaltung der Außenanlagen.

„Weitere Investitionen sind nicht geplant, der Friedhof ist fertig“, sagt Pressesprecherin Simone Loderer. Gegensätzlicher Meinung ist Architekt Klaus Kehrbaum. Er wünscht sich noch ein „kleines Budget“ für einige Kleinigkeiten, die aus seinem geschulten Blickwinkel noch nicht ganz perfekt sind.

Übrigens: Der Waldfriedhof wurde wegen des steigenden Bedarfes 1965 als vierter Friedhof der Stadt eröffnet. Trotz des Dauerregens nutzen einige Landsberger Bürger am Sonnabend die Möglichkeiten des kostenlosen Busverkehrs im Rahmen des Aktionstages „Landsberg macht mobil“, um dem neuen Friedhof einen Besuch abzustatten.

Siegfried Spörer

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