Bis zu 18 Kinder ab 2022 möglich

Waldkindergarten Denklingen: im Freien spielend lernen

gruppe 2 waldkindergarten Denklingen
+
Die ersten Besucher des Waldkindergartens mit Leiterin Jana Koch (knieend), Erzieherin Heike Bahr (vor der Tür) und Kinderpflegerin Nicole Herrmann. Maskottchen sind der flauschige Bär Finn und Rabe Rudi.
  • VonJohannes Jais
    schließen

Denklingen – Da ist Spielen, Lernen, Basteln und Singen angesagt – wie in einer normalen Tagesstätte auch. Aber dazu halten sich die Erzieherinnen mit den Jungen und Mädchen fast immer im Freien auf: Der BRK-Waldkindergarten bei Denklingen hat jetzt unter Leitung von Jana Koch den Betrieb aufgenommen.

„Wir haben aktuell fünf Waldkindergärten im Landkreis Landsberg“, informiert Anna Diem vom Landratsamt. Der erste, der eröffnet hatte, war der Naturkindergarten in Dießen im Jahr 2004. Es folgten die Waldkindergärten in Kaufering (2005) und Eresing (2007). Und heuer sind die neuen Einrichtungen in Utting und Denklingen dazu gekommen.

Das Bayerische Rote Kreuz im Kreisverband Landsberg betreibt im Auftrag der Stadt und Gemeinden seit 1990 Kindertagesstätten. Es sind neun Einrichtungen für Kinder im Alter von einem bis zu zwölf Jahren, wie Julia Rother aus der BRK-Geschäftsstelle auflistet. Diese befinden sich in Landsberg, Lengenfeld, Hofstetten, Thaining, Schwabhausen, Weil, Scheuring, Prittriching und in Denklingen, wo die Trägerschaft in der Tagesstätte mitten in der Ortschaft im Januar 2020 übernommen wurde.

Der neue Waldkindergarten am Ziegelstadel ist eine eigenständige Einrichtung und nicht der regulären Tagesstätte in Denklingen zugeordnet. Als Leiterin konnte Jana Koch gewonnen werden. Sie hat ebenso wie ihre Kollegin Heike Bahr zehn Jahre Erfahrung im Waldkindergarten. Kinderpflegerin Nicole Herrmann komplettiert das Team.

Die ersten Tage waren es fünf Jungen und Mädchen, im Lauf der ersten Wochen soll die Gruppe auf zwölf Kinder vergrößert werden. Ab 2022 können es bis zu 18 Jungen und Mädchen sein. Aktuell sind noch drei Plätze in der Waldgruppe frei. Wenn Interesse besteht, können sich Eltern bei Jana Koch unter Telefon 0160/9771 9062 melden.

Von dem grau-weißen Container, der im Denklinger Gemeindewald nahe der Flurgrenze platziert wurde, ist nichts mehr zu sehen. Er ist außen passend zur Umgebung mit Holz vertäfelt worden. Zusätzlich ist eine zweite Tür eingebaut worden, von der es direkt zum Unterstand auf der Westseite hinausgeht, der komplett mit Holz gestaltet wurde.

Zu 95 Prozent wollen die drei Fachkräfte mit den Kindern draußen sein, wie Jana Koch vorausblickt. Nur bei wirklich schlechtem Wetter wie anhaltendem Frost, starkem Regen, Sturm oder Gewitter nutze man die für die Bedürfnisse der Kinder eingerichtete und beheizte Hütte.

Jana Koch freut sich mit ihren beiden Teamkolleginnen Heike Bahr und Nicole Herrmann über die vielen Möglichkeiten der pädagogischen Arbeit im Wald: „Die Kinder können in ihrem eigenen Tempo ihre Grenzen austesten, Mut schöpfen und Selbstvertrauen gewinnen. Durch den weiten Raum, die Ruhe und das Erleben der Natur im Jahreskreislauf gewinnen die Kinder Gelassenheit und Konzentration“, sagt Koch.

Schon an den ersten beiden Tagen sind die Erzieherinnen mit den Jungen und Mädchen ein Stück hinein in den Wald gegangen. Da braucht’s kein Spielzeug, auch werden keine Schneisen geschlagen. Vielmehr haben sie zusammen ein Tipi gebaut, eine Brücke errichtet, eine Suppe mit Fichtenzapfen angerichtet und in der Fantasie ein schnarchendes Faultier am Ast zum Schlafen gelegt.

Unterm Vorbau der Hütte halten die Fachkräfte mit den Kindern nach der Ankunft den Morgenkreis; bevor sie wahlweise um 13 oder um 14 Uhr wieder abgeholt werden, versammeln sich alle zum Abschlusskreis; dabei sitzen sie auf zurechtgeschnittenen Baumstämmen. Mit dabei sind als Maskottchen der flauschige Bär Finn und der Rabe Rudi, für den vor der Hütte bereits ein kleines Häuschen hergerichtet wurde.

Die ersten Eindrücke seien absolut „positiv“, sagt eine Mutter aus Denklingen, als sie ihren Sohn nach dem zweiten Tag wieder abholt. Eine andere Frau, die dabeisteht, nickt zustimmend.

Gefahrenstelle

Den Waldkindergarten können die Eltern bequem mit dem Fahrrad erreichen. Aus der Ortsmitte von Denklingen radeln sie bis dorthin gerade mal ein Kilometer. Es ist auch eine Anfahrt mit dem Auto möglich – falls das Wetter mal wieder schlecht sein sollte.

Allerdings gibt es auf dem Weg zum Parkplatz hinter der Hütte einen Gefahrenpunkt. Damit ist die Kreuzung mit dem Radweg von Denklingen nach Leeder gemeint. Dessen Trasse hat südlich der Kreuzung mit dem Weg in den Wald ein starkes Gefälle. Erst am vergangenen Donnerstagvormittag stürzte auf diesem Abschnitt ein Radfahrer, der von Rotkreuzhelfern mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde.

Diese Gefahrenstelle soll aber entschärft werden. Eine Variante ist, an der Kuppe vor der Gefällstrecke Einbauten vorzunehmen beziehungsweise Schilder anzubringen. Das ist Sache der Gemeinde, die für den Waldkindergarten bereits die Hütte mit dem Vorbau gekauft und den Platz aufgekiest hat.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schondorfer setzt Luxuskarosse in die Böschung
Landsberg
Schondorfer setzt Luxuskarosse in die Böschung
Schondorfer setzt Luxuskarosse in die Böschung
Inzidenz auf über 150 gestiegen
Landsberg
Inzidenz auf über 150 gestiegen
Inzidenz auf über 150 gestiegen
Bestellt und nicht abgeholt
Landsberg
Bestellt und nicht abgeholt
Bestellt und nicht abgeholt
Kein Zugang für Gänse
Landsberg
Kein Zugang für Gänse
Kein Zugang für Gänse

Kommentare