Neuwahlen beim Sozialverband im Landkreis

Der VdK Landsberg in ruhigerem Fahrwasser

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Mit Blick nach vorne: Die Vorstandsmitglieder des VdK-Kreisverbands Landsberg und ihre Gäste. Vorne v. links: Irmgand Nudlbichler, Kreisvorsitzender Walter Eichner und Maria Godell; hinten von links: Josef Fürsicht, Manfred Weber, Johann Bauer, Roland Müller (Fürstenfeldbruck), Klaus Koslowski, Michaela Geiger, Dietrich Mehl, Herbert Lochbrunner und Robert Otto.

Landsberg – Walter Eichner ist der neue Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes. In einer außerordentlichen Sitzung des Sozialverbandes wurde der ehemalige Landrat gestern Abend in seiner alten Wirkungsstätte einstimmig gewählt – und mit ihm auch der gesamte Vorstand. Eichner betonte, für einen Neuanfang im Kreisverband zu stehen. „Wir wollen nicht zurückblicken, sondern nach vorne schauen“. Wie im KREISBOTEN berichtet, war es im Februar zum Bruch zwischen Kreisverband und Kreisvorsitzender Wolfgang Wähnert gekommen.

In seiner Vorstellung betonte der Walter Eichner, dass es dem Landkreis Landsberg wirtschaftlich gut gehe. Aber: Wo Licht ist, ist auch Schatten. „Wir wollen uns nicht selbst in die Tasche lügen“, so der 69-Jährige, „nicht allen Menschen im Landkreis geht es gut.“ Altersarmut, Vereinsamung, Inklusion, und fehlendes Betreuungs- und Pflegepersonal seien nur einige der Aufgaben, denen sich der Sozialverband stellen muss. Auch an die pflegenden Angehörigen müsse man denken. Gerade das Thema Pflege sei eine große Herausforderung. „Es ist viel Luft nach oben“.

Unterstützung für die Anliegen des Sozialverbandes kam von Eichner-Nachfolger Thomas Eichinger. In seinem Grußwort betonte der Landrat, in vielen Fragen „gemeinsam unterwegs“ zu sein. Gerade in der Lech-Ammersee-Region werde in den nächsten Jahren der Anteil älterer Menschen überdurchschnittlich anwachsen. Eichinger verwies mit Stolz auf das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises.

Insgesamt rund 4.300 Mitglieder hat der VDK-Kreisverband Landsberg, in Bayern sind es 678.000, die dem Sozialverband angehören. Damit habe der VdK Bayern als Interessenvertretung dreimal so viele Mitglieder wie alle bayerischen politischen Parteien zusammen, sagte Herbert Lochbrunner. Der stellvertretende VdK-Landesgeschäftsführer führte aus, trotz großer politischer Erfolge sei man noch lange nicht am Ziel einer sozial gerechten Gesellschaft. Die soziale Spaltung nehme zu, die Renten reichten immer häufiger nicht zum Leben, es herrsche Pflegenotstand und von einer gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, sei man in Deutschland noch weit entfernt. „Bayern ist auch ein Land, in dem prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitslosigkeit und Armut gedeihen“, so Lochbrunner, „daher braucht das Land eine sozialpolitische Kehrtwende“.

Bei den anstehenden Landtagswahlen will der VdK eine Kampagne starten: „Auf geht‘s – Soziales Bayern jetzt“. Schwerpunkte seien, so Lochbrunner, die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung, Barrierefreiheit sowie die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Ein besonderer Baustein der VdK-Arbeit sei es, die Armutsgefahr für ältere Frauen zu bannen. Deshalb fordert der Sozialverband drei Rentenpunkte pro Kind und zwar ausnahmslos für alle Mütter.

Dietrich Mehl, seit zweieinhalb Jahren VdK-Kreisgeschäftsführer in Landsberg, („Sie wählen heute ihre Sprachrohre.“)schlug er Bezirksgeschäftsführer Robert Otto als Wahlleiter vor. Die Wahl selbst verlief unspektakulär, lediglich für den Posten der Frauenvertretung fand sich keine Bewerberin. Zum Stellvertreter von Walter Eichner wurde Klaus Koslowski gewählt und Irmgard Nudlbichler zur neuen Schriftführerin. Beisitzer sind Johann Bauer, Manfred Weber, Josef Fürsicht und Michaela Geiger. Als neue Kassiererin stellte sich Maria Dodell zur Verfügung. Da dieses Amt vom Vorstand zu besetzen ist, berief der Eichner, ganz pragmatisch, gleich nach der VdK-Sondersitzung die konstituierende Sitzung des Kreisverbands ein. Einziger Tagesordnungspunkt: die Wahl von Maria Dodell als Kassiererin.

Siegfried Spörer

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