Zu wenig Stoff, keine Einbindung

Warum impfen im Landkreis Landsberg noch keine Hausärzte?

Im Fokus: die Corona-Impfungen in Deutschland. (Symbolfoto)
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Impfung beim Hausarzt um die Ecke: Davon erhofft sich auch die Regierung Bayerns eine Steigerung des Impftempos. In Landsberg ist das bisher nicht möglich. (Symbolfoto)
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landkreis – In einigen bayerischen Landkreisen werden Menschen bereits in Arztpraxen gegen COVID-19 geimpft. Im Landkreis Landsberg bisher noch nicht. Spätestens am 1. April sollte sich das ändern. Denn dann startet das „bayerische Impfbündnis. Sollte. Denn im Landkreis ist der Impfstoff weiterhin knapp bemessen.

Zu lesen war das in einer Pressemitteilung des Bayerischen Gesundheitsministeriums nach der Kabinettssitzung am Dienstag letzter Woche. Bündnis meint hierbei, dass die Praxen zusätzlich zu den Impfzentren eingebunden werden. So sollen insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen besser erreicht werden, zudem wünscht der Freiheit, so „mehr Flexibilität in den Impfprozess zu bringen“. Beliefert werden die Arztpraxen über den pharmazeutischen Großhandel und die Apotheken. Der Großhandel wiederum erhält die Lieferungen aus dem Zentrallager des Bundes oder direkt vom Hersteller.

Warum finden aber in anderen Landkreisen bereits jetzt Impfungen in Arztpraxen statt? Beispielsweise in Passau. Laut Informationen des BR haben im Stadtgebiet bereits knapp 20 Prozent der Bevölkerung mindestens die erste Impfung erhalten. Den Grund dafür gibt Passaus OB Jürgen Drüpper mit einer frühzeitigen Einbindung der Hausärzte an. Und auch der Landkreis München impft über die Praxen.

Auch die CSU-Senioren-Union des Landkreises schreibt in einer Pressemitteilung, dass sie in der Zulassung der Hausärzte zur Impfung einen „zusätzlichen und wichtigen Weg“ sehe. Hausärzte könnten mit „ihren breiten Erfahrungen flächendeckend und zügig für die notwendige Verbesserung der Impf-Zahlen sorgen.“

Keine Einbindung

Die aktuell impfenden Haus- und Facharztpraxen impfen, weil sie vom Impfzentrum des jeweiligen Landkreises als ‚Außenstellen‘ für impfwillige Patienten eingebunden worden seien, informiert der stellvertretende Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns Dr. Axel Heise. Diese Möglichkeit hätten die Impfzentren in ganz Bayern aber „bereits seit Wochen“ und viele Landkreise nutzen sie bereits. Warum das Impfzentrum im Landkreis Landsberg das nicht mache, müsse dort erfragt werden.

Zum Start des Impfbündnisses sollen aber in ganz Bayern rund 1.500 Praxen erste Impfungen durchführen, so Heise. Eine Zahl der Praxen für den Landkreis Landsberg könne er aber nicht nennen. Nach Ostern, also ab 7. April sollen schließlich alle impfbereiten Haus- und Facharztpraxen in Bayern die Möglichkeit bekommen, ihre Patienten gemäß der Priorisierung zu impfen. „Der limitierende Faktor bleibt hierbei allerdings der Impfstoff“, betont Heise.

Auch im Landkreis Landsberg ist der Impfstoff diese Woche wieder einmal knapper als vorher von der Landesregierung angesagt: „Wir bekommen 800 Dosen AstraZeneca weniger als ursprünglich angekündigt“, sagt Anna Diem von der Pressestelle des Landratsamtes Landsberg.

Mit aus diesem Grund lautet die Devise im Landkreis bisher, dass das Impfzentrum pro Woche maximal 3.300 Impfdosen erhalten soll und nur alle zusätzlichen Dosen, wenn es sie gibt, an die Praxen abgegeben werden. In Bezug auf eine mögliche frühere Einbindung der Hausärzte in die Impfstrategie des Landkreises antwortet Diem, dass der Behörde weder vom Bayrischen Gesundheitsministerium noch von der Regierung von Oberbayern konkrete Vorgaben dazu vorlägen. „Organisatorisch ist die KVB zuständig.“ Und auch die Belieferung der Praxen liege ja nicht in der Verantwortung des Landkreises.

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