Dobrindt soll helfen

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Der Bahnübergang in Riederau soll sicherer werden. Unterstützung erhofft sich die Gemeinde von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Dießen/Riederau – Als „Alternative zur Tagesschau“ hat Bürgermeister Herbert Kirsch in der vergangenen Woche scherzhaft die Ortsversammlung in Riederau bezeichnet. Zumindest pünktlich wie diese startete Kirsch in die Themen des Abends, wie die Neugestaltung des Bahnübergangs oder Mobilfunk. Und am Ende gab es zudem ein beklatschtes Statement.

Konzentriert verfolgten die gut 60 Bürger den Sprint durch den Haushalt. Allerdings, so der Bürgermeister zum wiederholten Male, sollte niemand angesichts der hohen Rücklagen von 10 Millionen Euro ins Träumen kommen. Rechnungen zum Ausbau der Mühlstraße seien noch offen und hohe Investitionen, zum Beispiel in den sozialen Wohnungsbau oder in den Ausbau der Wasserversorgung stünden an.

Wie berichtet ist der Markt zum Jahresende 2016 aus dem Wasserzweckverband ausgetreten, um zukünftig das Gebiet Riederau selbst zu versorgen. Das Ziel, so Kirsch, sei ein einheitlicher Wasserpreis für die gesamte Gemeinde, in den sämtliche Investitionen, wie der Bau der neuen Wasserleitungen für Riederau (1,34 Millionen Euro) bereits einkalkuliert sind. Bis 2019 soll der Wasserpreis bei 1,39 Euro stabil bleiben. Investiert wird auch in die Ausstattung des Riederauer Kinderhauses: 17.600 Euro kostet die Lüftung des Schlafraums, 6000 Euro der Erdgasanschluss und für den Wintergarten fallen 27.200 Euro als Restkosten an. Die Unterhalts- und Betriebskosten für das Jahr 2017 sind mit 597.300 Euro kalkuliert. Außerdem sollen bis spätestens Ende 2018 auch entlegene Anwesen in Riederau an die Breitbandversorgung angeschlossen sein.

Deutlich langsamer, so Kirsch, gehe es mit der ersehnten Neugestaltung des Bahnübergangs in Riederau voran, die schon seit mehreren Jahren Thema der Ortsversammlung ist. Deshalb habe sich die Gemeinde mit einem „netten Brief“ direkt an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt, dem die Situation in Riederau aus eigener Anschauung bekannt sei. Dieser, so der Wunsch der Gemeinde, soll einen Ansprechpartner bei der Bahn benennen, der „an der Sache dranbleibt.“ Die Abbiege- und Querungssituation am Bahnhof gefährde die Sicherheit. „Das muss gemacht werden“, so Kirsch. Flotter gehe es mit der Neugestaltung der Einmündung des Curry Parks in die Staatsstraße voran. Das Bauvorhaben liegt in der Hand der Gemeinde und soll Mitte dieses Jahres fertiggestellt werden. Bestandteil der Planung, so Kirsch, sei auch der gewünschte Fußweg an der Nordseite des Mündungsbereichs.

Als ein „sehr emotionales Thema“ bezeichnete der Bürgermeister den Mobilfunkmast, der bis Ende 2015 auf einem Hausdach in der Ringstraße stand, und mittlerweile in einer größeren Variante auf ein benachbartes Grundstück verlegt worden ist. Er könne verstehen, dass sich angesichts der 18 Meter hohen Beton- und Stahlkonstruktion „die Freude der Anwohner in Grenzen“ halte. Dennoch könne die Gemeinde nur im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten agieren und in diesem Fall liege ein Anspruch auf eine Baugenehmigung vor, die dann auch erteilt worden sei.

Der Mast sei an einem denkbar ungünstigen Standort errichtet worden, hielten Eva Seidl und Gerd Mayer von der Riederauer Bürgerinitiative „hierfunkts“ dagegen. Aufgrund der tiefliegenden Topografie sei die Strahlenbelastung für die Nachbarn besonders hoch. Außerdem wünscht sich die Initiative Unterstützung bei der Durchführung von Infoveranstaltungen, um ein größeres Mitspracherecht bei der Standortwahl zu erreichen. „Wir werden der Sache nachgehen und uns schlau machen“, versprach Kirsch. Applaus bekam das Gemeindeoberhaupt für sein klares Statement zugunsten der rund 100 in Dießen lebenden Flüchtlinge: „Wir halten zusammen und geben gerne etwas ab.“

Ursula Nagl

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