Jubiläum am Ammersee

Vor 50 Jahren: Rettung mit dem Leihkahn

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3.500 Mädchen und Jungen aus Dießen und dem Landkreis hat Andrea Geyer (links) das Schwimmen beigebracht. Dafür erhielt die die Goldene Ehrennadel der Wasserwacht, zu der Bürgermeister Herbert Kirsch und Vorsitzende Andrea Wessely gratulierten.

Dießen – Was haben der FC Bayern und die Wasserwacht Dießen gemeinsam? 1969 wurden die Bayern erstmals Deutscher Meister in der Bundesliga und in Dießen haben 24 wackere Rettungsschwimmer die Wasserwacht gegründet. Und ausgerechnet an ihrem 50. Geburtstag holte sich der Rekordmeister wieder mal den Titel. Die Kicker feierten abgehoben in München, die Dießener Wasserwachtler bodenständig im Traidtcasten.

Die Leistungsträger der Bayern waren damals Becken­bauer, Müller, Maier und Schwarzenbeck. In Dießen hießen sie Reinhard Lohberger, Georg Reindl, Werner Forstner und Reinhard Gantenhammer. Sie übernahmen mit viel Enthusiasmus die Pionierarbeit für die heutige Ortsgruppe Dießen der Wasser­wacht mit stolzen 440 Mitgliedern, darunter 30 aktiven Rettungsschwimmern.

Einmal Wasserwachtler, immer Wasserwachtler. Das zeigte sich bei der Geburtstagsfeier, wo acht der Gründungsmitglieder von 1969 mit Ehrenurkunden ausgezeichnet wurden: Edeltraud Beer, Werner Forstner, Andreas Feistl, Werner Häckl, Reinhard Lohberger, Georg Reindl, Ronald Orawetz und Hans-Joachim Kessler. Beifall kam von Bürgermeister Herbert Kirsch, Hausherr Pfarrer Josef Kirchensteiner, BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner, Wasserwacht-Bezirksvorsitzende Birgit Moosbauer, Kreiswasserwacht-Vorsitzender Frank Böhm sowie Thomas D. Metius vom Förderverein der Dießener Wasserwacht.

Fürs erste Motorboot

Letzterer sammelt unter anderem fleißig Spenden und sorgt für ein paar Extras bei der Ausrüstung. Die sah bei der Gründung 1969 noch recht armselig aus. Wie Vorsitzende Andrea Wessely in ihrer Festrede erzählte, wurde lediglich mit einem ausgeliehenen Ruderkahn und einer Einsatztasche des Roten Kreuzes der Wachdienst im Strandbad Dießen aufgenommen.

Durch Zuschüsse der Marktgemeinde und dem Erlös der jährlichen Faschingsbälle konnte die Ausrüstung kontinuierlich aufgestockt werden. 1970 wurde im Strandbad St. Alban die erste Hütte gebaut und im Frühjahr 1972 konnte das lang ersehnte Motorboot „Waller“ in Betrieb genommen werden. Auch in diesem Jahr –am 20. Juli – steht wieder eine Bootstaufe an, zu der Andrea Wessely bereits einlud.

Viele tausend Einsätze hat die Wasserwacht Dießen in den 50 Jahren ihres Bestehens bravourös absolviert – von der klassischen Wasserrettung bis zu Erste-Hilfe-Leistungen an Land. Sogar „Baden gegangene“ Heißluftballons samt Besatzung wurden aufgepickt. Ein beim Schwimmen verlore­ner wertvoller Ring wurde nach „erfolgreicher Flachwasser­suche“ gefunden und der strahlenden Besitzerin zurückgegeben. Auch bei Einsätzen besonderer Art sind die ehrenamtlichen Wasserwachtler zur Stelle – ob beim Hochwassereinsatz in Dresden oder, wie zuletzt, bei der Schneekatastrophe in Ruhpolding.

Bürgermeister Kirsch lobte in seinem Grußwort die Wachsamkeit der Diensthabenden in der Station St. Alban. Als er einmal ziemlich weit in den See hinaus­ geschwommen war, düste das Rettungsteam mit dem Boot herbei und bot Hilfe an, die Kirsch als geübter Schwimmer aber nicht brauchte. Ein Mitglied der Ortsgruppe Dießen hob Kirsch besonders hervor: Andrea Geyer, die über 3.500 Buben und Mädchen das Schwimmen beigebracht hat. Dafür erhielt sie die Goldene Ehrennadel des Bezirksverbandes Oberbayern.

Dieter Roettig

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