Über 2.000 Einsatzstunden

Jahreshauptversammlung: Wasserwacht Schondorf überzeugt mit imposanten Zahlen

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Schondorf – Mit 416 Mitgliedern, darunter 37 Aktive und acht junge Rettungsschwimmer-Anwärter, ist die BRK-Wasserwacht Schondorf der größte Ortsverband im Landkreis Landsberg. Kein Wunder, dass das Nebenzimmer im Gasthof Drexl bei der Jahreshauptversammlung proppenvoll war, was Bürgermeister Alexander Herrmann wohlwollend feststellte. „Dank Ihres ehrenamtlichen Einsatzes ist das Leben hier während der Sommersaison für Badegäste und Wassersportler sicher“, lobte er die Helfer. Da der Ammersee auch immer mehr ungeübte Stand-Up-Paddler anlocke, die die Eigenheiten von See und Wind unterschätzen, sei der Wach- und Rettungsdienst wichtiger denn je.

Das konnte der Technische Leiter Andreas Ficht mit imposanten Zahlen belegen. Bei insgesamt 2.069 Einsatzstunden im vergangenen Jahr gab es etwa 34 Erste-Hilfe-Leistungen, neun Rettungen aus Gefahrenlagen, drei Vermisstensuchen, 13 Sachbergungen und leider auch eine Totenbergung. Die Motorrettungsboote „WaWa 99 1 und 2“ mussten 63 Mal ausrücken und die speziell ausgebildeten Rettungstaucher kamen 19 Mal zum Einsatz, die mobile Schnell- einsatzgruppe Schondorf wurde elf Mal gerufen. Von den 36 SEG-Mitgliedern stellt die Was- serwacht Schondorf 75 Prozent, der Rest kommt von den Wasserwachten Dießen, Utting und Eching. Zum Einsatzgebiet gehören neben dem Ammersee auch Wörthsee, Pilsensee, Weßlinger See und der gesamte Landkreis Landsberg. Als besonders spektakuläre Bergungsaktionen nannte Andreas Ficht vier Beispiele. Ein tonnenschwerer Hubkiel musste vor Utting geortet und geborgen werden, ebenso wie eine untergegangene Neptun-Jolle. Vor Breitbrunn freute sich der Besitzer eines neuen Drachens über dessen Bergung nach dem ungeplanten „Tauchgang“ und in der Amper wurde ein im Unterholz feststeckendes Kanu befreit. Hier war die mobile SEG mit Einsatzfahrzeug und angehängtem Rettungsboot vor Ort. Damit alle Einsätze reibungslos ablaufen, wird viel Zeit in Aus- und Fortbildung investiert, im letzten Jahr 206 Stunden. Die Schondorfer Wasserwachtler helfen nicht nur in Notfällen, sie sind auch vorbeugend im Einsatz bei sogenannten „Sanitätsabsicherungen“. Vorstand Stefan Birkner führte hier in seinem Jahresrückblick unter anderem das zweitägige Sammerseefestival auf, den Ammersee-Höhenlauf, die 24-Stunden-Regatta des Landsberger Segelclubs und die Absicherung der Aufnahmen zur ZDF-Serie „Die Rosenheim-Cops“. Die Fernsehmacher drehen immer wieder in den Schondorfer Seeanlagen, die im Film dann aber zum Chiemsee gehören. Auftraggeber müssen bei diesen Einsätzen einen Obolus für die Vereinskasse entrichten. Immerhin 600 Stunden hat die Schondorfer Wasserwacht neben dem normalen Rettungsdienst für diese „Mittelbeschaffung“ aufgebracht. Zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Einsatzerstattungen und Aktionen konnte Kassiererin Andrea Eibl gut 21.000 Euro an Einnahmen verbuchen. Abzüglich der enormen Aufwendungen für Ausrüstung, Wartung, Ausbildung und Verwaltung blieb zum Jahresende noch ein Plus von 1.125 Euro übrig. Auch das Vergnügen kommt nicht zu kurz. Regelmäßiges Beachvolleyball-Spiel, die Teilnahme am Stockturnier, Grillfeste oder eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier sorgen für den sozialen Zusammenhalt der Mannschaft. Der Teamgeist zeigt sich auch bei der Wasserwacht-Station in der Seestraße, wo man die Slipanlage und eine neue Küche in Eigenregie gebaut hat. Dafür gab es ein Extralob von Frank Böhm, dem Vorsitzenden der Kreiswasserwacht Landsberg. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden langjährige Mitglieder der Wasserwacht geehrt. Bei den Aktiven ist zum Beispiel Manuel Roth schon 25 Jahre dabei, bei den inzwischen Passiven konnten sich Hilde Dannheisig und Brigitte Dietz über Urkunden für jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft freuen (siehe auch „Menschen von nebenan“). Mit 130.000 Mitgliedern, davon 60.000 Aktiven, stellt die Wasserwacht Bayern übrigens den größten Landesverband. Allein in Bayern gibt es 526 Ortsgruppen, über 600 Wasserrettungsstationen und 256 Schnelleinsatzgruppen. 

Dieter Roettig

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