Prüfen. Rufen. Drücken.

Wasserwacht Utting: Jeder kann eine Wiederbelebung durchführen

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Menschenleben retten kann so einfach sein.

Utting – Anderen Menschen in einer Notsituation helfen? ‚Natürlich‘, würden die meisten antworten. In der Realität sieht es aber ein wenig anders aus. Eine Wiederbelebung führen nur 40,6 Prozent der Deutschen als lebensrettende Maßnahme durch. Um das zu ändern, hat die Wasserwacht Utting kürzlich einen Aktionstag im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ durchgeführt. Am Uttinger Bahnhof konnten Passanten lernen, wie man eine Herzdruckmassage durchführt und so Leben rettet.

Knapp 50 Personen haben sich an dem kostenlosen Wiederbelebungstraining in den Hallen des Bahnhofs beteiligt. „Viele waren neugierig, schauten zu und wollten letztendlich ihre Reanimationsfähigkeiten selbst auffrischen“, erzählt Frederik Riedel, stellvertretender technischer Leiter der Wasserwacht Ortsgruppe Utting. Damit haben sie ihr Ziel erreicht: das Bewusstsein für Erste Hilfe schärfen und zum lebensrettenden Handeln im Notfall motivieren.

„Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen – deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“, erklärt Dr. Birgit Bachl, örtliche Wasserwacht-Notärztin. Zwar sind die Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, seit Einführung der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung von 17 auf 40,6 Prozent angestiegen. Dennoch ist die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich deutlich geringer. Die Hemmschwelle jemand Fremden zu helfen, ist noch einmal höher als bei Personen aus dem persönlichen Umfeld. Vor allem die Mund-zu-Mund-Beatmung löst bei vielen Unbehagen aus. Jedoch ist diese nur zweitrangig, wie die Teilnehmer erfahren. Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Also wie verhält man sich in so einer Situation? Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken.“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

„Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich circa 5.000 Menschenleben gerettet werden“, sagt Dr. Bachl. Und die Helfer der Wasserwacht sind sich einig: die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen sind einfach. Man kann nichts falsch machen. Jeder kann es.

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