Verjüngungskur fürs Stift

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Abschied und Willkommen im Augustinum: Beatrice Wilgo-Schima ist die Nachfolgerin von Stiftsdirektor Bernhard Benne, der sich nach Berlin verabschiedet hat.

Dießen – Mit einer Feierstunde im Theatersaal des Augustinums ist in der vergangenen Woche Stiftsdirektor Bernhard Benne verab­schiedet und seine Nachfolgerin Beatrice Wilgo-Schima ins Amt eingeführt worden.

Benne macht klar, dass er das Augustinum Ammersee nach knapp fünf Jahren „mit zwei weinenden Augen“ verlasse, aber er folge dennoch gerne dem Ruf nach Berlin, da Rotation für ihn Bestandteil des Geschäftsprinzips Augustinum sei.

Im Augustinum Kleinmachnow bei Berlin werde derzeit ein „altes augustinisches Schlachtross“ wie er gebraucht. Mit seiner 20-jährigen Berufserfahrungen hoffe er, den neuen Aufgaben gerecht zu werden. Gleichzeitig nehme er unzählige schöne Erinnerungen aus Dießen mit – insbesondere die an die Theatergruppe. Hier wirkte der Stiftsleiter in den vergangenen Jahren in verschiedenen Rollen begeistert mit.

Seiner Nachfolgerin wünschte Benne einen guten Start in eine Hausatmosphäre, die von „heiterer Freundlichkeit, Stil und Respekt“ geprägt sei. Wichtig, so sein Rat, sei es, den intensiven Dialog mit dem Stiftsbeirat „auf Augenhöhe“ fortzuführen. Dass dieser Dialog fruchtbar war, obwohl nicht immer Samthandschule angelegt wurden, stellte der Vorsitzende des Beirates, Dietrich Meintzinger, klar: „Sie waren für uns der richtige Kapitän“, betonte er und überreichte Benne einen großen Schirm für sonnige und regnerische Tage, auf dem sich alle Bewohner mit einer persönlichen Widmung verewigt hatten.

Lob gab es für Benne auch von Hans Thies, dem Sprecher der Mitarbeitervertretung, und von Bürgermeister Herbert Kirsch. Letzterer betonte, dass mit Benne die Kommunikation immer hervorragend „telefonisch auf dem kurzen Dienstweg“ funktioniert habe. Pro­- fessor Dr. Markus Rückert, Vorsitzender der Geschäftsführung des Augustinums, bedankte sich beim scheidenden Stiftsdirektor nicht zuletzt für die „wirtschaftlich perfekten Verhältnisse“, die er seiner Nachfolgerin überlasse.

Vor diesem Hintergrund, so Rückert, sei es möglich, den „nicht mehr ganz frischen Baukörper“ des Augustinums Ammersee „einer Verjüngungskur“ zu unterziehen, ohne dadurch die Pensionspreise zu erhöhen. Nun sei es die Aufgabe von Beatrice Wilgo-Schima, das Haus in ein „Schmuckkästchen“ zu verwandeln, was ihr an ihrer früheren Wirkungsstätte, dem Augustinum Roth in Mittelfranken bereits hervorragend gelungen sei.

Die Hotelfachfrau und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, die seit 1996 als Hausdame im Augustinum Mün­chen-Nord und später als Stiftsdirektorin in Überlingen und Roth tätig war, fasste sich kurz. Schließlich habe sie ab sofort viel Zeit, um sich im Hause vorzustellen und die Bewohner in Ruhe kennenzulernen. Diese bat sie um Nachsicht, da sich ihr „grauenvolles Namensgedächtnis“ leider nicht mit dem von ihrem Vorgänger Bernhard Benne messen könne.

Ursula Nagl

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