Wege werden weiter

Für eine persönliche Beratung durch Mitarbeiter des Amtes für Landwirtschaft müssen Landwirte im Landkreis wohl bald nach Fürstenfeldbruck fahren. Foto: kb-Archiv

Es ist eine Nachricht, die die Bauern im Landkreis Landsberg nicht freuen wird. Voraussichtlich im Spätsommer des nächsten Jahres soll die Außenstelle des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von der Karwendelstraße in Landsberg in den Fürstenfeldbrucker Ortsteil Puch ziehen, wo die Behörde derzeit ein neues Grünes Zentrum baut. Dies teilte Amtsleiter Hans-Jürgen Gulder in der jüngsten Sitzung des Kreistags mit.

Das Vorhaben, die Außenstelle in Landsberg zu schließen, ist nicht neu. Bereits Anfang des Jahres machten entsprechende Pläne der Behörde die Runde, woraufhin Kreisrat Markus Wasserle im Kreisausschuss einen Sachstandsbericht forderte. Gulder kam dieser Aufforderung nun auf Einladung von Landrat Walter Eichner in der jüngsten Kreistagssitzung nach. Der Landwirtschaftsdirektor begründete den geplanten Umzug der Außenstelle in die Zentrale nach Fürstenfeldbruck vor allem mit der beschlossenen Ämterreform, die Einsparungen beim Personal vorsieht. Schon jetzt sei die Abteilung Förderung in Landsberg mit sechs Beamten und meist vier Zeitkräften „schwächelnd aufgestellt“. Doch genau dort würden die Flächenprämien für die Landwirte vergeben, angesichts von Beträgen in Millionenhöhe ein „sehr sensibler Bereich“. Für eine Bündelung in der Zentrale spreche neben den hohen Mietkosten von rund 4000 Euro pro Monat auch der weite Fahrweg zwischen Fürstenfeldbruck und der Lechstadt, erklärte Gulder. „Unsere Mitarbeiter haben oft Besprechungen. Da geht viel Zeit auf der Straße verloren.“ Anträge künftig online Gute Argumente für die Behörde, die Bauern jedoch verlieren dadurch einen ortsnahen Ansprechpartner. Um eine persönliche Beratung zu bekommen, müsste ein Rotter Landwirt künftig 70 Kilometer nach Fürstenfeldbruck fahren, kritisierte Leonhard Welzmiller, Kreisrat und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Gulder verwies dagegen darauf, dass die meisten Bauern nur einmal im Jahr ins Grüne Zentrum kämen, um ihren Mehrfachantrag auszufüllen. Dies könne schon jetzt über das Internet erledigt werden, ein Viertel der Betroffenen mache davon bereits Gebrauch, zeigte der Leiter auf, der von weiter steigenden Nutzerzahlen ausgeht und auf entsprechende Erfahrungen in anderen Landkreisen verweist. Als Kompromiss sicherte Gulder zu, dass zumindest „in der schwierigen Zeit zwischen März und Mai“ auch künftig Mitarbeiter vor Ort sein würden, um jenen Landwirten einen Ansprechpartner zu bieten, die ihren Antrag nicht über das Internet ausfüllen möchten. Für Markus Wasserle geht das jedoch nicht weit genug. In den vergangenen Monaten sammelte der FDP-Kreisrat rund 850 Unterschriften von Bauern, die sich gegen einen Umzug der Außenstelle aussprechen. Den Kreistag forderte er deshalb auf, „ein Zeichen zu setzen, dass wir hinter unseren Bauern stehen. Die Ortsnahe Beratung muss erhalten werden.“ Wasserle will Resolution Dafür hatte Wasserle eigens eine Resolution vorbereitet, die in der Sitzung allerdings nicht zur Abstimmung kam. „Die Fraktionen hatten keine Zeit, darüber zu beraten“, begründete Landrat Eichner. Jetzt will Wasserle den Antrag in der nächsten Sitzung stellen. Ob der Vorschlag des Kreisrats dann auch eine Mehrheit findet, bleibt abzuwarten.

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