Von wegen Pflegeschnitt

Mit dem Rückschnitt zweier Eichen auf seinem Grundstück an der Frontorstraße handelte sich ein Bauunternehmer eine Veränderungssperre ein. Foto: Nagl

Unmut im Bau- und Umweltausschuss: Ein ortsansässiger Bauunternehmer wollte durch den radikalen Rückschnitt von zwei alten Eichen auf seinem Grundstück nördlich der Frontorstraße Bewegungsfreiheit für bevorstehende Baumaßnahmen schaffen. Der Ausschuss kündigte daraufhin Nachbesserungen im Bebauungsplan an und erließ einstimmig eine Veränderungssperre.

„Über einen Pflegeschnitt geht das weit hinaus. Das ist eher Baumfrevel“, so Franz Sanktjohanser (Offener Kreis). Bereits im März dieses Jahres hatte das Gremium dem Antrag auf Bauvorbescheid zur Errichtung von fünf Einfamilienhäusern mit Garagen auf be­- sagtem Grundstück das Einvernehmen erteilt, unter anderem allerdings mit der Maßgabe, dass die im Grünordnungsplan als zu erhalten festgesetzten Eichen bei der Baumaßnahme entsprechend zu schützen sind. Nicht zum ersten Mal Auch Petra Sander (Grüne) sprach sich explizit dafür aus, nun ein Zeichen zu setzen, da das Bauunternehmen nicht zum ersten Mal durch radikalen Umgang mit schützenswertem Baumbestand aufgefallen sei. Da für das Bauvorhaben noch keine Baugenehmigung vorliegt, konnte das Gremium nun die Notbremse ziehen. Potenzielle Grundstückskäufer, so Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) seien schon mehrfach im Rathaus mit der Frage vorstellig geworden, wann denn nun der Baubeginn möglich sei – schließlich werden die Parzellen bereits seit Monaten auf der Homepage des Bauunternehmers als Baugrundstücke angeboten. Für vier Parzellen liegen bereits Reservierungen vor. Selbstverständlich, so Kirsch, wolle man die Sache nun schnell klären, um den Kaufinteressenten entgegen zu kommen. Wünschenswert sei in diesem Zusammenhang auch ein Ge­- spräch mit dem Grundstückseigentümer. Johanna Schäffert, Leiterin des Dießener Bauamtes, gab zu bedenken, dass es mit einem Mindestabstand von drei Metern zwischen der Baugrube und den angeschlagenen Bäumen nicht getan sei. Vielmehr sei voraussichtlich ein Abstand von bis zu neun Metern und mehr notwendig, um den Erhalt der Bäume zu gewährleisten. Die für das Grundstück notwendigen Baumschutzmaßnahmen sollen nun im Bebauungsplan Dießen-Nord festgeschrieben und von der Gemeinde überwacht werden. Denkbar sei auch, so der Bürgermeister, dass vor diesem Hintergrund nicht fünf, sondern zur Schonung des angegriffenen Baumbestandes nur noch vier Bauvorhaben realisiert werden können.

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