Weihnachtliche "Testkäufe"

Erwischt… Cartoon: Pfeffer

Weihnachtlicher Duft strömt ab 25. November wieder durch die Landsberger Altstadt – der Christkindl­markt ist dann Treffpunkt für Jung und Alt. Zur Bratwurst und zum Schmalzgebäck gehört für viele Besucher selbstverständlich auch ein oder mehrere Tässchen Glühwein. In diesem Jahr müssen die Verkäufer noch mehr aufpassen, wem sie das hochprozentige Weihnachtsgetränk verkaufen. Grund: Das Jugendamt Landsberg lässt seit Freitag sogenannte Testkäufe durchführen – demnächst auch auf den Christkindlmärkten.

Im Fokus standen zunächst nur Tankstellen, Geschäfte und Gaststätten. Bald wurde den Verantwortlichen jedoch bewusst, dass man mit speziell ausgebildeten Jugendlichen auch verstärkt Getränkemärkte, Spielkasinos oder eben auf den Christkindlmärkten kontrollieren müsse. Hintergrund der unbefristeten und landkreisweiten Aktion ist, dass die Abgabe von Alkohol oder Zigaretten nicht selten an Jugendliche unter 16 beziehungs­weise 18 Jahren erfolgt. Der Leiter des Jugendamtes, Peter Rasch, ist erfreut über die Zusammenarbeit vor allem mit Schulen, die der Behörde bereits wichtige Hinweise gaben. Doch nicht überall kann das Jugendamt mit Kooperation und Zustimmung rechnen. So bezeichnete etwa das Landratsamt Weilheim-Schongau das Vorhaben in Landsberg als „undenkbar“ und spricht sogar von einer Ordnungswidrigkeit. Pressesprecher Hans Rehbehn erklärte dazu: „Die Jugendlichen werden zu etwas animiert, das sie eigentlich nicht dürfen.“ Peter Rasch hält dagegen: „In Landsberg haben wir viel wohlwollende Begleitung, wie etwa die Schulen“. Ziel der Testkäufe sei es, die Verkaufsstellen zu sensibilisieren, denn sie machten sich laut Jugendschutzgesetz strafbar. Solche Testkäufe seien seit Anfang dieses Jahres unter bestimmten Bedingungen vom Gesetzgeber erlaubt, betont Rasch. „Das Verkaufspersonal soll unterstützt werden“, sagt er und möchte die Botschaft vermitteln, dass es ganz normal und sogar wichtig ist, Jugendliche beim Kauf von Alkohol oder Zigaretten nach dem Ausweis zu fragen. Werden Alkohol und Zigaretten widerrechtlich an Minderjährige beziehungsweise unter 16-Jährige verkauft drohen hohe Bußgelder. „Die können sogar im vierstelligen Bereich liegen“, warnt Rasch. Im Rahmen der Testkauf-Aktion möchte er außerdem die Öffentlichkeit aufklären und auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam machen. Eine erste Zwischenbilanz soll es noch in diesem Jahr geben, allerdings erst nach der „staaden Zeit“. Schließlich möchte das Jugendamt die Testkäufe auf den Christkindlmärkten in seine erste Betrachtung einbeziehen. Die Aktion hat laut Peter Rasch kein bestimmtes Ende. Auch im kommenden Jahr will man versuchen, die Verfügbarkeit von Alkohol und Tabak im Landkreis für nicht berechtigte Jugendliche zu reduzieren.

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