Weil es sie aber gibt – Ausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern"

Zwar gibt es offiziell keine Rechte Szene am Ammersee-Westufer, dennoch wollen die Gemeinden präventiv gegen Rechts vorgehen. Das betonte Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch am Freitag im Rathaus bei einem Pressegesprächs. Das Bürgerbündnis Ammersee und das BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigen daher vom 15. bis 25. September im Kulturforum des „Blauen Hauses“ in Dießen die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“. Parallel zur Ausstellung werden Vorträge, Podiumsdiskussion und Ideen für Aktionen in Schulen und Jugendarbeit in den drei Ammersee-Gemeinden angeboten.

Das Bürgerbündnis ist ein Zusammenschluss am Ammersee-Westufer, für den die drei Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießen), Josef Lutzenberger (Utting) und Peter Wittmaack (Schondorf) die Schirmherrschaft übernommen haben. Die Initiative für die Ausstellung geht von den Dießener Gemeinderäten Hannelore Baur und Erich Schöpflin (beide SPD) aus. „Man tut immer so, als ob es bei uns die braune Szene nicht gibt. Es gibt sie aber im Landkreis“, betonte Baur und verwies auf ein Gespräch mit einem Bürgermeister, in dessen Gemeinde es eine „Wehrsportgruppe“ gibt, die sogar Schützengräben aushebt. Namen wollte sie auf Nachfrage allerdings nicht nennen. Auch Schöpflin erklärte, wie wichtig es ist, gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten – die schon früher Nährboden für die Verbreitung braunen Gedankengutes gewesen seien – präventiv tätig zu sein. „Auch wenn wir unmittelbar vielleicht nicht betroffen sind, dürfen wir nicht die Augen verschließen, denn die Rechten verfügen über sehr subtile Mittel, ihr Gedankengut vor allem bei der Jugend zu verbreiten“, betonte auch Kirsch. Vor allem rechtsextreme Musik, die heute von jedem problemlos aus dem Internet runtergeladen werden kann, sei gefährlich. Auch für Schondorfs Bürgermeister Peter Wittmaack ist es wichtig, präventiv in den Schulen tätig zu sein: „Wir sind hier am Ammersee-Westufer ein Schulstandort und haben eine besondere Verantwortung die Schüler vor dem braunen Gedankengut zu schützen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Schließlich seien Jugendliche ein bevorzugtes Ziel rechtsextremistischer Agitation. Die Wanderausstellung behandelt in 16 Schaubildern Themen wie rechtsextremistische Jugend, Propaganda, Symbole und rechtsradikale Frauen. Sie informiert über die neue Rechte, über rechte Agitation im Internet und über Merkmale des Rechtsextremismus. Dabei sind auch Antworten: zum Beispiel auf die Frage, was jeder Einzelne gegen Rechts tun kann. „Auch die Schulen sind da gefordert“, so Schöpflin. Schulklassen sind daher besonders willkommen: Neben einer Einführung durch die Sozialwissenschaftlerin Dr. Doris Zimmermann werden die Schüler durch die Ausstellung begleitet, die täglich von 13 bis 19 Uhr und am Wochenende von 9 bis 19 Uhr geöffnet ist. Der Eintritt ist frei. Gegen Rechts: Dießen, Dienstag, 15. September; ab 20 Uhr Eröffnung der Ausstellung im Kulturforum des „Blauen Hauses“ mit Horst Schmidt vom BayernForum über neue Strategien der Rechtsextremisten. Utting, Freitag, 18. September; ab 20 Uhr, Vortrag und Workshop zum Thema „rechte Jugendkultur“ und „RechtsRock“ im Seerestaurant am Dampfersteg. Ziel ist, Eltern, Pädagogen und Jugendliche aufzuklären, damit sie die Gefahr von Rechts erkennen und sich wehren können. Schondorf, 24. September; ab 20 Uhr, Vortag von Stefan Handl von der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus in der Gaststätte am Sportgelände mit einer Bestandsaufnahme zum Rechtsextremismus in Bayern, Oberbayern und dem Landkreis Landsberg. Thema ist auch rechts Symbolik, Bekleidung und Musik. Dießen, Freitag, 25. September, ab 20 Uhr, Podiumsdiskussion „Was tun gegen Rechts“ im Blauen Haus. Dabei sind unter anderem Vertretern von Jugendarbeit und Bildungspolitik, Zeitzeugen und lokale Politiker.

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