Weil sucht nach Standorten

Die Sorgen der Ortsvereine sind bei der diesjährigen Bürgerversammlung in Weil der Mittelpunkt der Diskussion gewesen. Probleme plagen vor allem den Sportverein FC Weil und den Schützenverein Espenlaub. Darüber hinaus sprach Bürger- meister Anton Bauer in seinem rund 90-minütigen Bericht eine Reihe aktueller Entwicklungen an, darunter den geplanten Sendemast des Mobilfunkbetreibers O2 zwischen Petzenhausen und Geretshausen.

Die 20 Meter hohe Sendeanlage, für die O2 im August einen Bauantrag eingereicht hat, wurde vom Gemeinderat zunächst abgelehnt. Nun liegt der Vorgang beim Landratsamt, das für die abschließende Prüfung noch zusätzliche Unterlagen der Betreiberfirma angefordert hat, erklärte Bauer. Er hoffe allerdings, dass O2 den Bauantrag zurückziehen und im Einvernehmen mit der Gemeinde nach einem verträglicheren Standort suchen werde. „Gesprächsbereitschaft ist bei O2 vorhanden“, versicherte der Rathauschef den rund 50 anwesenden Bürgern im Gasthaus Probst. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen eine genehmigungsfreie, zehn Meter hohe Sendeanlage zwischen Schwabhausen und Geretshausen errichtet, die in diesen Tagen in Betrieb geht. Der Haupt-ort Weil kann von diesem Standort aus allerdings nicht bedient werden. Bauer hofft auf eine Lösung, mit der alle Beteiligten gut leben können. Das Thema soll am 12. Januar wieder im Gemeinderat behandelt werden. Mobilfunk war nicht das einzige Problem, dass die Gemüter im zuende gehenden Jahr erhitzt hat. Auch die geplante Einstufung der Prähistorischen Siedlung Pestenacker als UNESCO Weltkulturerbe schlug hohe Wellen. In diesem Zusammenhang hätten einige Fehlinformationen kursiert, so Bauer. Die Behauptung, dass in der Umgebung der Siedlung keine landwirtschaftliche Nutzung mehr möglich wäre, sei zum Beispiel falsch. „Es wäre eine Aufwertung der Gemeinde, wenn Pestenacker ins Weltkulturerbe aufgenommen würde“, so der Bürgermeister. Eine Entscheidung darüber werde jedoch nicht vor 2011 fallen. Den Zustand des Sportplatzes beklagte der erste Vorsitzende des FC Weil Erwin Skaper. Im Sportverein spielen derzeit 130 Kinder und Jugendliche in zehn Mannschaften Fußball, hinzu komme die tägliche Nutzung durch die Schule. „Der Platz wird knapp, und der Rasen ist trotz Pflege und Düngung am Ende.“ Bauer entgegnete, man verhandele derzeit über einen zusätzlichen Platz. „Der Bedarf ist anerkannt. Ein Grundstück, das in Frage kommt, ist vorhanden, Gespräche laufen.“ Espenlaub stirbt aus Platzprobleme plagen auch den Schützenverein Espenlaub, der in Weil über keinen Schießstand verfügt und die Anlage der Geretshausener mitbenutzt. Mitgliederzahlen und Nachwuchsarbeit würden deshalb zurückgehen, beklagte ein Zuhörer. „Die Espenlaub-Schützen sind im Aussterben begriffen.“ Hier konnte Bauer wenig Hoffnung machen. In Weil gebe es kein geeignetes Grundstück für einen Schießstand, außerdem müsse die Gemeinde ihre Schulden abbauen. „Das wird dauern“, so Bauer. Dafür werden im kommenden Jahr voraussichtlich die Friedhofswege erneuert, die ein Bürger als „eine Schande“ bezeichnete. Die Arbeiten würden zusammen mit der Sanierung der Friedhofsmauer durchgeführt, erklärte der Bürgermeister.

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