Weil der Turm kommen wird

Herbert Kirsch, Dießens Bürgermeister, hat sich auf der Bürgerversammlung des Ortes am Donnerstagabend kämpferisch gezeigt. Mit Blick auf den Sendemast für digitales Be-hördenfunknetz, der in Wengen im Bereich einer Wohnbebauung errichtet werden soll, fordert er ein Umdenken. Laut Kirsch soll ein höher gelegener Standort im Waldgebiet favorisiert werden.

Wie in den vergangenen Versammlungen erläuterte zuvor Planerin Ulrike Angerer den Entwurf des Flächennutzungsplanes in Grundzügen und Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard ging auf den Landschaftsplan ein. In Dießen und Riederau gibt es im Innenbereich und Bebbauungsplan zusammen noch rund 30 Hektar Bauland. Davon entfallen rund 26 Hektar auf Wohnbebauung, 2,3 Hektar auf Gewerbe- sowie 1,7 Hektar auf Mischgebiet. Bei voller Ausschöpfung des vorhandenen Baurechts könnte rein rechnerisch Dießen um rund 1150 Einwohner und Riederau um rund 405 Einwohner wachsen. Außerdem könnten in Dießen rund 150 Arbeitsplätze entstehen. Mit Blick auf den Landschaftsplan sei für Dießen eine enge Verzahnung zwischen Landschaft und Bebauung notwendig. „Nur so kann das derzeit bestimmende Landschaftsbild, Bebauung durchsetz von großen Grünstreifen, erhalten bleiben“, betonte Gebhard. Ums Landschaftsbild ging es auch bei der Frage des Sendemastes, der im Zuge des Ausbaus des digitalen Behördenfunknetzes auf Dießener Flur errichtet werden soll (der Kreisbote berichtete). „Der Turm kommt! Wir können nur versuchen mitzuwirken“, betonte Kirsch. Ein 45 Meter hoher Turm an anvisierter Stelle im Ortsteil Wengen kommt für ihn nicht in Frage. Stattdessen solle dieser „irgendwo in ein bewaldetes Gebiet“ gesetzt werden. Diese Forderung will Kirsch in einem Gespräch mit der zuständigen Behörde nochmals untermauern. Ebenfalls in der Diskussion stand der Zustand der Schützenstraße. Starker Verkehr und schlechte Witterung haben der Straße stark zugesetzt. Hier sollten Schlaglöcher und Risse schnellstmöglich ausgebessert werden, so ein Bürger. Dazu Kirsch: „Wir werden unsere Verkehrssicherheitspflicht nachkommen, eine Flickschusterei wird es aber nicht geben.“ Er machte deutlich, dass die Sanierung der Straße bislang an der Bereitschaft der Anwohner scheitere, die Kosten einer Sanierung anteilig zu übernehmen. Auch das schon oft geforderte Parkleitsystem werde bald umgesetzt, so Kirsch. Die entsprechenden Piktogramme sind fertig und sollen demnächst dem Bauausschuss vorgestellt werden. Einmal mehr wurde der Radweg nach Fischen diskutiert. Dazu Kirsch: „Das Thema ist durch. Es gibt hierfür keine Genehmigung.“ Stattdessen ist eine Machbarkeitsstudie für einen Radweg von Dießen nach Raisting in Auftrag gegeben worden, informierte Kirsch die Bürgerversammlung.

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