Der weiße Fleck verschwindet – Uttinger Gemeinderat arbeitet am neuen Flächennutzungsplan

Fast 40 Jahre hat der Uttinger Flächennutzungsplan auf dem Buckel. Das Künstlerdorf Holzhausen, das 1969 noch zur Gemarkung Rieden gehörte, ist darauf lediglich ein weißer Fleck. Nun soll das Regelwerk überarbeitet und ergänzt werden. Eine erste Bestandsaufnahme wurde dem Gemeinderat jüngst von den Planerinnen Ulrike Angerer und Johanna Vogl vorgestellt.

Bedingt durch den Regionalplan, der in der Hierarchie über dem Flächennutzungsplan (FNP) steht, ist lediglich eine mäßige bauliche Entwicklung der Gemeinde vorgesehen. So soll zum Beispiel das Trenngrün zwischen Utting und Holzhausen erhalten bleiben, Hang­kanten sollen nach Möglichkeit unbebaut bleiben. Wie Angerer erläuterte, kann unmittelbar aus dem FNP kein Baurecht abgeleitet werden. Umgekehrt dient er der Gemeinde als verbindliche Grundlage zur Erarbeitung von Bebauungsplänen. Landschaftsplanerin Vogl beschrieb das Gemeindegebiet als eine, „durch zahlreiche Wasserläufe geprägte Landschaft“. Hier gebe es noch unberührte Feuchtflächen, Toteislöcher oder Moore. Seltener sind trockene Flächen, wie zum Beispiel auf dem Sonnendachl. Problematisch sind neben der intensiven Freizeitnutzung des Ammersees der punktuelle Nährstoff­eintrag in den Fahrmannsbach und die mangelnde Pflege von Flächen, auf denen sich fremde Pflanzen, so genannte Neophyten, ausbreiten. Gut sei die Erschließung der Landschaft für Erholung und Freizeit. Auch innerörtlich gebe es Grünzüge, so entlang des Kittenbachs oder des Mühlbachs, die es zu erhalten gelte. Verdichtungstendenzen in der parkartigen Uferlandschaft sollte entgegen gewirkt werden. Ein Thema, so von Angerer, werde auch die Entwicklung der Uttinger Ortsmitte sein. In Holzhausen mit seiner noch vorhandenen bäuerlichen Struktur werde sich die Frage stellen, wo Wohn- oder Mischgebiete festgelegte werden sollen. Während die Bevölkerungszahl der Gesamtgemeinde Utting mit den Ortsteilen Holzhausen und Achselschwang von 1996 bis 2006 jährlich um 1,2 Prozent stieg, verzeichnete die Planerin, bedingt durch den Bau des Wohngebietes Seepark im Jahr 2007 einen Bevölkerungsanstieg von 3,3 Prozent. Derzeit sind innerhalb von Bebauungsplänen noch 6,2 Hektar Fläche für Wohnbebauung vorhanden. Auf 8,4 Hektar summieren sich die Bau­- lücken im Innenbereich. Rein rechnerisch, so Angerer, stehe damit noch Bauland für 1100 weitere Einwohner zur Verfügung. Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) sah da­gegen „für die nächsten zehn Jahre erst einmal eine Konsolidierung angesagt.“ Im September treffen sich die Gemeinderäte zu einem ersten Workshop in Sachen Flächennutzungsplan. Auch ein Bürgerworkshop im Herbst ist angedacht. In Utting, wo ein intensiver Meinungsaustausch ge­pflegt werde, so die Prognose von Ulrike Angerer, würden bis zur Fertigstellung der Planung voraussichtlich mehr als zwei Jahre ins Land gehen.

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