Weis(s)e Richtlinien

Auf der im Herbst neu ausgebauten Kreisstraße LL 7 zwischen Scheuring und Prittriching sind die weißen Seitenmarkierungen schon vorhanden. Foto: Bauch

Bis zum ADAC ist es schon vorgedrungen: Der Landkreis spart auf seinen Kreisstraßen an angemessenen Randmarkierungen der Fahrbahn. Das war vergangene Woche Thema im Kreisausschuss. Er beschloss, in den nächsten drei Jahren die Fahrbahnbegrenzungen auf allen Kreisstraßen Zug um Zug zu markieren. Kostenpunkt: rund 75000 Euro.

In der Dezemberausgabe der „ADAC Motorwelt“ haben Experten des Automobilclubs die fehlenden oder mangelhaften Fahrbahnmarkierungen auf den Kreisstraßen im Landkreis Landsberg kritisiert. Auf den aufwändig sanierten und teilweise neu ausgebauten Straßen gebe es zwar ab einer Fahrbahnbreite von 5,5 Metern stets eine Mittellinie, die weißen Seitenmarkierungen fehlten jedoch. ADAC Experten sind sich einig: Eine gute Markierung ist wichtig und kann sogar Unfälle verhindern. Denn ohne die Seitenlinien fehle die Orientierung, gerade nachts oder bei schlechter Sicht. Außerdem seien moderne Fahrzeugsysteme wie der Spurhalte-Assistent, der den Fahrer bei Verlassen der Spur durch Lenkradvibrationen warnt, ohne die Linien nutzlos. Die Notwendigkeit der Seitenmarkierungen bestätigte UBV-Kreisrat und Fahrschulinhaber Georg Krackhardt: „Die elektronischen Spurhaltesysteme sind bei neuen Lastwagen bereits Standard und auch bei Mittelklassewagen sind sie im Kommen.“ Somit gehörten die Assistenten längst nicht mehr nur zur Luxusausstattung. Bisher wurde im Landkreis auf die Markierungen verzichtet, nicht zuletzt, weil es dazu zwar Richtlinien gibt, aber eben keine bindenden Vorschriften. Zwar schlagen die Verwaltungsvorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) vor, dass „möglichst der Fahrbahnrand zu markieren ist“ – verpflichtend sei es aber bisher nicht. Gehandhabt wird das von den jeweiligen Verwaltungen recht unterschiedlich. Im Landkreis Fürstenfeldbruck seien die Fahrbahnen laut Kreisverwaltung ebenfalls nicht markiert, der Landkreis Augsburg dagegen markiere sie grundsätzlich. Der ADAC fordert unmissverständlich: „Markierungen gehören auf jede Straße.“ Die Kreisbehörde in der Lechstadt hat sich die Kritik zu Herzen genommen: Das Tiefbauamt schlug vor, die Fahrbahn­- begrenzungen auf allen Kreisstraßen zu markieren. Insgesamt seien davon 30 Kilometer Fahrbahn betroffen. Die Markierung koste pro Meter etwa 25 Cent. Auf drei Jahre verteilt sollen dafür dann insgesamt rund 75000 Euro ausgegeben werden. Nach der ersten Markierung entstünden jährliche Folgekosten von knapp 25000 Euro, da die Farbmarkierung alle drei Jahre erneuert werden müsse. Einstimmig sprach sich der Kreisausschuss für dieses Vorgehen aus. Alle Abschnitte mit laufenden Baumaßnahmen sollen in diesem Jahr – soweit noch finanzielle Mittel zur Verfügung stehen – markiert werden. Ab dem kommenden Jahr werden dann auch im Haushalt jährlich 25000 Euro für diesen Zweck sowie die Folgekosten eingeplant.

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