Trotz allem: Lachen geht immer

Weiße Tafel Dießen: Open Air-Lesung mit Anna Münkel

Robert Valentin Hofmann, Anna Münkel, Nue Ammann.
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Mit Corona-Abstand an der Weißen Tafel in den Dießener Seeanlagen: Nachwuchspoetin Anna Münkel (Mitte) und ARTE-Stimme Robert Valentin Hofmann. Rechts die Gastgeberin Nue Ammann.

Dießen – „Wort-Installateurin“ Nue Ammann und ihre Weiße Tafel in den Dießener Seeanlagen hatten diesmal zwei besondere Gäste zu einer literarischen Sonntagsmatinee eingeladen: Die erst 18-jährige Nachwuchspoetin Anna Münkel, zuhause am Ammersee, und Robert Valentin Hofmann, in München lebender Schauspieler, Hörbuch-Sprecher und viel beschäftigte Stimme beim TV-Sender ARTE.

Anna Münkel, Kennzeichen roter Hut, rezitierte aus ihrem mittlerweile vierten Buch „Lachen geht immer“ und ihr Sidekick mit der unverkennbaren Stimme gab Geschichten des in Berg am Starnberger See geborenen Schriftstellers Oskar Maria Graf (1894 – 1967) zum Besten. Der sagte einst über sich selbst: „Wer an Ärger und Griesgram leidet, für den bin ich die beste Medizin. Viele haben sich über meinen Inhalt schon gesund gelacht.“

Die Medizin des Lachens und Lächelns hat sich auch die angehende Abiturientin Anna Münkel zu eigen gemacht. In ihrem neuen Buch veröffentlichte sie 60 Gedichte, die sie in den letzten vier Jahren geschrieben hat. Alltägliche Ereignisse und Ärgernisse wurden in swingende Verse gepackt.

Durch die Strukturierung in rhythmische Strophen und Refrains wird dabei das Liedhafte der Gedichte betont. „Mit diesem Mittel fängt sie die Beats des Lebens ein“, schrieb ein Kritiker. Die Lesung am See war nämlich nicht die erste der Nachwuchspoetin, die routiniert wie ein Profi Autogramme gab und Widmungen in ihr neues Buch schrieb.

Die Gäste an der Tafel zwischen ADK-Pavillon und Dampfersteg und viele zufällig vorbeikommende Flaneure waren durchwegs angetan von Anna Münkel und ihrem unbeschwertem Vortrag. Bereits als Neunjährige hat sie mit dem Schreiben und als Zwölfjährige mit dem Publizieren ihrer Verse begonnen. Mit ihren Sprachspielereien und auch Albernheiten wolle sie der Lyrik eine Frischzellenkur verpassen.

Kein Wunder, dass sie bereits zu namhaften Events eingeladen wurde wie ins Literaturhaus München, zum legendären Lyrikwettstreit um den Hochstädter Stier oder zum Fünfseen-Filmfestival. 2018 war sie sogar für den „Tassilo-Kulturpreis“ der Süddeutschen Zeitung nominiert. Und am Landsberger Kunstautomaten konnte man ihre Verse für einen Obulus ziehen.

Einnahmen als Spende

Im Vorwort ihres neuen Buches schreibt Anna: „Wenn wir alle fröhlich mit einem Lächeln auf den Lippen unterwegs sind und nicht wütend, ärgerlich oder gar aggressiv, dann kann das gerade in so unruhigen Zeiten ein wichtiger Beitrag für mehr Frieden auf der Welt sein. Lachen geht halt immer.“ Mit ihrer Poesie geht es der bemerkenswerten jungen Frau nicht ums Geldverdienen. Die Einnahmen spendet sie. So fließt auch der Erlös ihres neuen Büchleins an zwei Waisenkinder in Kenia, für die sie die Patenschaft übernommen hat und den Schulbesuch finanziert.

Dieter Roettig

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